Mehr als ein Ermittlungserfolg

Dresdener "Tatort": Ermittlerinnen schärfen ihr Profil

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Karin Hanczewski als Karin Gorniak im Tatort „Nemesis“.

Der "Tatort" aus Dresden verriet schon in seinem Titel, wer hinter dem Mord steckte. Doch das schadete nicht, wie unsere Kritikerin meint.

„Das Geschäft läuft nicht mehr wie in den 90ern“, sagte ein Informant zu den Ermittlerinnen und klärte auf, was bis gerade noch im „Tatort: Nemesis“ irritierte: Wie unauffällig Geldwäsche offenbar heute betrieben wird. Nichts mit brutalen Schutzgeldeintreibern. Kriminelle Organisationen vermeiden Gewalt und treten fast schon seriös auf, als Geschäftsleute und Investoren.

Doch wer hat dann Joachim Benda, Szenegastronom, Geldwäscher, Ehemann und Vater zweier Jungs, erschossen? „Sachsensumpf“ und Emotionen vernebelten kurz die Sicht - doch nicht zu lange. 

Denn da waren diese kleinen Regungen, die vor allem Britta Hammelstein in der Rolle der Witwe und der tolle Juri Winkler als Sohn Viktor fein herausarbeiteten und damit auch irritierten: Lächelte die Witwe etwa kurz als sie ihren Kindern vom Tod des Vaters erzählte? Und drückte der verloren-versunkene Blick des Jungen nicht so viel mehr als Trauer aus?

Nach und nach wurde deutlich, was der Titel „Nemesis“ (Rachegöttin) schon vorab verriet. Die Ermittlerinnen Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) ließen anders als ihr Chef (Martin Brambach) nicht locker. Sie schärften in ihrem zweiten Fall (Regie: Stephan Wagner) ihr Profil: zielstrebig, ehrlich und auch mal etwas zu vorlaut. Auch deshalb war dieser Fall für das neue „Tatort“-Trio des MDR mehr als ein Ermittlungserfolg.

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