„Babylon Berlin“ als eine Art „Der Plumpsack geht um“

Tatort Stuttgart: So spannend wie Bibi Blocksberg

24. Fall: Die Ermittler Sebastian Bootz (Felix Klare, links) und Thorsten Lannert (Richy Müller).
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24. Fall: Die Ermittler Sebastian Bootz (Felix Klare, links) und Thorsten Lannert (Richy Müller).

Zuletzt war de Stuttgarter "Tatort" in Bestform. "Hüter der Schwelle" war indes Zeitverschwendung. Dafür hat unser Kritiker herausgefunden, was der VfB Stuttgart damit zu tun hat.

Die Karriere von Sebastian Bootz und Thorsten Lannert verläuft entgegengesetzt zur Formkurve des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Ihren Dienst als Stuttgarter „Tatort“-Kommissare angetreten haben Felix Klare und Richy Müller 2008. Da war der VfB deutscher Meister.

Während die Kicker mittlerweile abgestiegen sind, wurden die Ermittler immer besser. Drei der vier letzten Folgen hatten das Zeug zum Klassiker. Die „Tatort“-Debütanten Piotr J. Lewandowski (Regie) und Michael Glasauer (Drehbuch) schafften nun wieder einen ungewöhnlichen Krimi – einen ungewöhnlich schlechten.

„Hüter der Schwelle“ handelte von einem Magier, der andere verzaubert und auch schon vor 400 Jahren gelebt hat – so einen Plot zu schreiben, das muss man sich außerhalb des Kinderprogramms erst mal trauen. Die Spannung war irgendwann auf „Bibi Blocksberg“-Niveau. Einzig die opulenten Bilder hielten einen wach.

Das nächtliche Opferritual wurde inszeniert wie eine Mischung aus „Babylon Berlin“, Loveparade und einer satanistischen Version von „Der Plumpsack geht um“. Das konnte nicht mal André M. Hennicke als Magier retten, der sonst Spezialist für durchgeknallte Charaktere ist.

Der 24. Fall von Bootz/Lannert war einer der überflüssigsten Krimis seit Langem. Der VfB ist übrigens wieder auf dem Weg in die erste Liga. Hoffentlich heißt das für den „Tatort“ nichts Schlechtes. 

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