André M. Hennicke spielt wieder den durchgeknallten Typen

Dieser Stuttgarter "Tatort" ist kompletter Hokuspokus

Kloppt sich wie Brad Pitt in "Fight Club": Kommissar Sebastian Bootz (Felix Klare, unten).
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Kloppt sich wie Brad Pitt in "Fight Club": Kommissar Sebastian Bootz (Felix Klare, unten).

Okkultismus ist das Thema im Stuttgarter "Tatort". Es geht um einen toten Studenten, der nackt auf einem Bergplateau liegt, und Hexen, die verbrannt wurden. Muss man das sehen?

Dieser Stuttgarter „Tatort“ beginnt so mystisch wie ein Schweden-Krimi mit Kommissar Wallander. Leider wird er danach ziemlich öffentlich-rechtlich-deutsch im negativen Sinn. Die wichtigsten Fragen zu „Hüter der Schwelle“ mit den Ermittlern Sebastian Bootz (Felix Klare) und Thorsten Lannert (Richy Müller).

Worum geht es in „Hüter der Schwelle“?

Um einen Geschichtsstudenten, der in der Nähe von Stuttgart tot und nackt auf einem Bergplateau gefunden wird und allerlei okkulte Zeichen in seinen Körper geritzt hat. 

Hauptverdächtiger ist der selbst ernannte Magier Emil Luxinger (André M. Hennicke), der glaubt, andere verzaubern zu können. Kommissar Bootz verliebt sich derweil in eine Kommilitonin des Toten, die sich später als Hexe herausstellt. 

Zudem kloppt er sich im Keller eines Restaurants mit einem Drogendealer wie einst Brad Pitt in „Fight Club“. Denn „um jemanden wirklich zu kennen, muss man erst mit ihm in den Ring steigen oder ins Bett“, wie die hübsche Studentin (Saskia Rosendahl) weiß.

Wer ist der Star dieses „Tatorts“?

André M. Hennicke spielt den Magier so verstörend, wie er auch sonst alle durchgeknallten Figuren spielt, für die er ein Faible hat. Es ist bereits der 13. „Tatort“ des 61-Jährigen, der einer der meistbeschäftigten deutschen Schauspieler ist. 

Dagegen ist „Hüter der Schwelle“ für Saskia Rosendahl, Drehbuchautor Michael Glasauer und den aus Polen stammenden Regisseur Piotr J. Lewandowski jeweils das Debüt. In dessen erstem Langfilm „Jonathan“, der 2016 auf der Berlinale lief, hatte Hennicke ebenfalls eine Hauptrolle gespielt.

Bei diesem „Tatort“ bleibt Einiges im Dunkeln: Etwa wenn die Kommissare Sebastian Bootz (Felix Klare, links) und Thorsten Lannert (Richy Müller) den Verdächtigen Emil Luxinger (André M. Hennicke) beim okkulten Zeitvertreib beobachten. Foto: Benoît Lindner/SWR

Lohnt sich das Einschalten?

Nein. Dieser Krimi ist sinnloser Hokuspokus. Regisseur Lewandowski inszeniert die Geschichte zwar bildgewaltig, aber der vor okkulten Klischees triefende Plot bleibt konsequent hanebüchen. 

Irgendwann wird nicht nur der Verantwortliche für den toten Studenten gesucht, sondern auch für 1662 in Esslingen verbrannte Hexen. Es fehlte nur noch, dass Bibi Blocksberg auf ihrem Besen angeritten kommt und „Hex, hex“ ruft.

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