„Der tiefe Schlaf“

TV-Kritik: So war der München Tatort

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Miroslav Nemec (r) als Kommissar Ivo Batic und Udo Wachtveitl als Kommissar Franz Leitmayr.

München - Regisseur Alexander Adolph hat im Tatort „Der tiefe Schlaf“ Kommissare und Zuschauer mit einer neuen Figur irritiert. Trotzdem ist der Fall so spannend und gut geworden, wie sonst nur wenige.

Ein Mädchen wird nachts auf dem Heimweg verschleppt und ermordet, die Kommissare Batic (Miro Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) ermitteln. Das hätte ein recht konventioneller „Tatort“ (ARD) werden können, doch Autor und Regisseur Alexander Adolph hat in diese Folge eine Figur hineingeschrieben, die nicht nur die beiden Kriminaler sondern auch den Zuschauer zutiefst irritiert.

Gisbert Engelhardt, der neue Kollege, grandios gespielt von Fabian Hinrichs, wirkt auf den ersten Blick linkisch, offenbart unter dieser Oberfläche jedoch einen Abgrund von Ermittlungseifer. Ein junger Hund, der am liebsten sofort zubeißt und zugleich verzweifelt um die Liebe des Rudels buhlt.

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„Der tiefe Schlaf“ ist ein gut gefilmter, mit subtilem Thrill aufgeladener Krimi, vor allem aber ein Stück über Ausgrenzung am Arbeitsplatz, alte Männerfreundschaften und die zerstörerische Kraft von Vorurteilen. Ein Fall, der Batic und Leitmayr, aber auch ihren Darstellern, alles abverlangt. Hervorragend.

Rudolf Ogiermann

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