Kritik: Mittlerweile wird es in Dortmund zu kompliziert

Tatort aus Dortmund: Wenig Spannung mit Reichsbürgern und Verfassungsschützern

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Sind sich selten so einig wie auf diesem Bild: Die Dortmunder "Tatort"-Ermittler Martina Bönisch (Anna Schudt, von links), Jan Pawlak (Rick Okon), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Peter Faber (Jörg Hartmann).

Strukturwandel im Pott, Reichsbürger und Intrigen im Verfassungsschutz: Der Dortmunder "Tatort: Zorn" war ambitioniert, aber leider nur mäßig spannend, meint unsere Kritikerin.

Es ist ganz merkwürdig. Sehr häufig, wenn in einem „Tatort“ der Verfassungsschutz vorkommt, wird die ganze Geschichte dramaturgisch schwächer. So auch im WDR-„Tatort: Zorn“ von Jürgen Werner (Buch) und Andreas Herzog (Regie). Die von Bibiana Beglau gespielte Verfassungsschützerin Dr. Klarissa Gallwitz blieb eine unglaubwürdige Figur, die ganze Story um die Verstrickung des Verfassungsschutzes in die Aktivitäten des – ebenso dramaturgisch schwachen – „Reichsbürgers“ Friedemann Leller (Götz Schubert) ließ Überzeugungskraft vermissen. Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) legt seine Waffe unbewacht auf seinem Autodach ab, bevor er dessen Waffenlager betritt? Soll das realistisch sein?

Nicht sonderlich stark präsentierte sich in der aktuellen Dortmunder Folge das Ermittlerquartett insgesamt, wo es ohnehin schwierig ist, allen Figuren gerecht zu werden, wenn die neben der Polizeiarbeit auch noch charakterlich gezeigt werden sollen. Mittlerweile wird es auch einfach zu kompliziert, zu behalten, was nun mit der Familie von Faber war und wann es mit dem Täter welche Folgeentwicklung gegeben hat.

Das Thema Strukturwandel einer Bergbauregion blieb so lediglich interessanter Hintergrund für einen durchschnittlichen Fall.

Der "Tatort: Zorn" in der ARD-Mediathek

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