"Tatort": Zwei Krimi-Teile wie Feuer und Wasser

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Was will die Zeugin sagen? Inga Lürsen (Sabine Postel, r.) und Stedefreund (Oliver Mommsen) vernehmen Sylvia Lange (Mira Partecke).

Es beginnt ganz klassisch mit einer Leiche und dem Versuch, Spuren, die zu einer Unschuldigen führen, zu verwischen. Lesen Sie hier die TV-Kritik zum Jubiläums-Tatort "Ordnung im Lot":

Das Bild der offensichtlich verwirrten Frau mit der Pistole in der Hand macht dem krimikundigen Zuschauer klar, dass es sich hier nicht um die Täterin handeln kann. Peter Henning und Claudia Prietzel, die sich den Plot für den 25. Bremer „Tatort“ (ARD) ausdachten und auch Regie führten, wollten hier zwei Geschichten miteinander verbinden – das Schicksal eines Tankstellenbesitzers, der vor dem Bankrott steht, und das Innenleben einer Familie, die nur zufällig in der Nachbarschaft wohnt und damit fertigwerden muss, dass ein Familienmitglied psychisch krank ist.

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Es bleibt leider beim Versuch, denn „Ordnung im Lot“ zerfällt in zwei Teile, die sich zueinander verhalten wie Feuer und Wasser. Hier der etwas konstruiert wirkende Plot des wirtschaftlichen Niedergangs mit tödlichen Folgen, dort die Konfrontation mit einer Verdächtigen, die in Rätseln spricht und sich rätselhaft verhält, ohne dass die Ermittler angesichts unbrauchbarer Aussagen auch nur einmal an die Grenzen ihrer Contenance kommen.

Gewiss spielt Mira Partecke die unter paranoider Schizophrenie leidende Frau sehr beeindruckend, dennoch wirkt diese familiäre Hölle trotz aller schönen Effekte (Kamera: Bella Halben) recht künstlich, wie nach dem Lehrbuch inszeniert. (Über-)Leben mit jemandem, der aus dem Leben herausgefallen ist – das wäre einen eigenen Film wert gewesen, als exotische Nebenhandlung eines Krimis eignet sich diese Idee nicht.

Das zeigt sich spätestens, als Kommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) wie durch ein Wunder am Ende die kryptischen Botschaften der Kranken zu entschlüsseln weiß. Der Fall muss eben immer gelöst werden. Schade – man hätte der Kommissarin einen knackigeren Krimi zum Jubiläum gewünscht!

Rudolf Ogiermann

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