Wirbel um ARD-Krimi

Schweiger-"Tatort" mit antisemitischem Song?

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Der Tatort "Kopfgeld" mit Til Schweiger sorgt schon vor seiner Ausstrahlung für Kritik.

Berlin - Die jüdische Gemeinde in Hamburg kritisiert die Verwendung eines Liedes des Rappers Haftbefehl im neuen "Tatort" mit Til Schweiger. Der Song enthalte eine antisemitische Textzeile.

Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, ist im Hamburger Tatort "Kopfgeld", der am Sonntagabend in der ARD ausgestrahlt wird, ein Ausschnitt aus dem Song „Psst“ des Offenbacher Rappers Haftbefehl zu hören, der die Zeile „Ticke Kokain an die Juden von der Börse“ enthalte.

Bernhard Effertz, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Hamburg und Mitglied des NDR-Rundfunkrats, sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich werde das in der nächsten Sitzung des Rundfunkrats thematisieren und mein Missfallen äußern.“ Das Blatt zitiert Daniel Killy, Sprecher der Jüdischen Gemeinde, mit den Worten: „In den öffentlich-rechtlichen Sendern ist die Sensibilität gegenüber Juden, egal ob im Spielfilmbereich oder in den Nachrichten, nicht besonders hoch ausgeprägt. Es wird in Deutschland, auch bei der ARD, immer weiter versucht, vermeintliche Toleranzschwellen zu überschreiten oder Tabus bewusst zu verletzen.“

Die Tatort-Teams im Überblick

Damit Sie, liebe User, nicht den Überblick verlieren, zeigen wir die Teams alle geordnet nach der Anzahl der bisherigen Folgen. (Stand: 24.08.2014) © dpa
Franken ab 2014/15 (BR): Konrad Wagner (Fabian Hinrichs, rechts im Bild), Paula Wiesner (Dagmar Manzel, links im Bild) sowie Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) und Klaus Dieter Schatz (Frank-Markus Barwasser) © dpa
In der Mainmetropole Frankfurt treten im Frühjahr 2015 Margarita Broich (verheiratet mit Ex-Kommissar Martin Wuttke) und Wolfram Koch an. Die beiden sind die Nachfolger von Joachim Król und Nina Kunzendorf. © dpa
Frankfurt: Mit voraussichtlich einem Fall ist der seit 2011 aktive Frank Steier (Joachim Król) 2015 noch im Einsatz. © dpa
Weimar: Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) seit 2013. © dpa
Das jüngste Team unter den Ermittlern: Ende 2014 kommt der zweite Fall mit Friedrich Mücke (Mitte), Alina Levshin und Benjamin Kramme, der sich vorstellen kann, Kommissar auf Lebenszeit zu werden, „wenn die Bücher toll sind“. © mdr/Marco Prosch
Sie starteten 2013 in Hamburg und suchten einen Feuerteufel. Mittlerweile sind Wotan Wilke Möhring und die bezaubernde Petra Schmidt-Schaller in ganz Norddeutschland unterwegs. Und es knistert … © ard
Mit einem actionreichen ­Fall gaben Til Schweiger und Fahri Yardim 2013 ­ihren Einstand. © dpa
Saarbrücken seit 2013: Jens Stellbrink (Devid Striesow) und Lisa Marx (Elisabeth Brück). © dpa
Er macht es einem nicht leicht, ihn zu mögen: Jörg Hartmann spielt den sperrigen Kommissar Peter ­Faber, der in Dortmund an der Seite von Anna Schudt auf Verbrecherjagd geht. Im Pott kämpft er mit seiner traumatischen Vorgeschichte. © wdr/ Herby Sachs
Luzern seit 2011: Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer). © swr/SF
Ihre Tage sind gezählt: Der letzte Tatort mit Simone Thomalla und Martin Wuttke wird im Sommer 2015 ausgestrahlt. Zuvor geht es im bereits abgedrehten Fall um den Mord an einen Abfallunternehmer. Die Nachfolge ist noch ungewiss. © dpa
Die beiden haben sich gut zusammengerauft! Felix Klare und Richy Müller (l.) überzeugen als Stuttgarter Schnüffler und verbinden brisante Fälle mit dem richtigen Schuss Privatsphäre. Seit 2008 stehen sie als die Kommissare Bootz und Lannert im Dienst des SWR. © swr/jander
Als Kommissar Klaus ­Borowski ermittelt der Wahlmünchner Axel ­Milberg in seiner Heimatstadt Kiel. An seiner Seite Sibel Kekilli, seine computeraffine Kollegin, mit der er seit 2003 zum festen Ensemble der Tatort-Ermittler gehört. © dpa
Sie sind die Quoten-Könige im bundesdeutschen Tatort-Ensemble. Die klamaukigen Fälle der Münsteraner Thiel (Axel Prahl, r.) und Boerne (Jan Josef Liefers) stehen auf der Hitliste ganz oben. © wdr/ Michael Böhme
Ihre Fälle kommen bisweilen schon recht betulich daher. Dennoch gehört das Bodensee-Team um Eva Mattes (Foto) und Sebastian Bezzel zu einem der etabliertesten Gespanne des Sonntagabendkrimis. Seit 2002 ist Mattes am Start. © swr/ Peter Hollenbach
Berlin seit 1999 : Till Ritter (letzter Fall am 9.2.2014) und Felix Stark (nur noch ein Fall): Dominic Raacke (li.) und Boris Aljinovic. © rbb/Julia von Vietinghoff
Meret Becker und Mark Waschke legen im Frühjahr 2015 als Berliner Ermittler-Team los. Zuvor gibt es einen letzten Solofall für Boris Aljinovic, der nach dem vorzeitigen Ausstieg seines Kollegen Dominic Raacke noch einmal allein auf Täterfang geht. © dpa
Wien seit 1999: Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser). © dpa
Kinder, wie die Zeit vergeht! Seit 1997 stehen ­Inga Lürsen (Sabine Postel) und ihr smarter Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) nun schon in Lohn und Brot der Bremer Polizei. © Radio Bremen
Seit 1997 ist auf Max ­Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r.) Verlass. Die Kölner Kommissare und Currywurst-Fetischisten gelten als beliebtestes ARD-Team. © wdr/van Zoest
Wiesbaden seit 2010: Felix Murot (Ulrich Tukur) und Magda Wächter (Barbara Philipp). © dpa
Hannover: Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler). © dpa
München seit 1991: Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl). © dpa
Ludwigshafen seit 1989 (SWR): Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe). © dpa

Haftbefehl, Offenbacher Rapper zazaisch-kurdischer Abstammung, steht nicht zum ersten Mal wegen seiner vermeintlich judenfeidlichen Texte in der Kritik. Auch sein Song "Free Palestine" hatte aus dem Grund für Diskussionen gesorgt.

NDR-Sprecher Ralf Pleßmann entgegnete in dem Blatt: „Aus dem verwendeten Ausschnitt kann man in keiner Weise auf eine irgendwie auch nur annähernd antisemitische Aussage schließen.“

Noch nie gab es so viele Tote in einem "Tatort"

Das Lied ist nicht der einzige Grund, warum der Krimi bereits im Vorfeld für Diskussionen sorgt. "Kopfgeld" soll mit 19 Toten der leichenreichste "Tatort" in der Geschichte der ARD-Kultreihe werden. Hauptdarsteller Til Schweiger hatte bei der Kino-Premiere in Hamburg geschwärmt, die actionreiche Folge, in der er als Ermittler Nick Tschiller mit seinem Kollegen Yalcin Gümer (Fahri Yardim) gegen die Unterwelt in der Hansestadt kämpft, sei "eine Sensation". Es ist das zweite Mal, dass Schweiger in dieser Rolle zu sehen sein wird. Die Einstiegsfolge „Willkommen in Hamburg“ vom März 2013 war von 12,7 Millionen Menschen gesehen worden.

dpa/hn

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