Schlichte Charaktere und Klischees

Trailer zu „Rock the Kasbah“ - Überraschend zahnlos

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Kate Hudson und Bill Murray in einer Szene von "Rock the Kasbah".

München - Barry Levinson inszenierte „Rock the Kasbah“ überraschend zahnlos. Statt Biss und Satire gibt es schlichte Gemüter und flotte Sprüche.

Musikmanager Richie (Bill Murray) war einmal eine große Nummer. Das ist lange her. Daher erscheint ihm das Angebot verlockend, mit seiner Klientin Ronnie (Zooey Deschanel) vor US-Truppen in Afghanistan aufzutreten. Dort hört Richie Salima, Tochter des Dorf-Vorstehers, singen und ist begeistert von ihrer Stimme. Er will Salima zum Star machen – hat aber nicht mit den Moralvorstellungen ihres Vaters gerechnet.

Barry Levinson hat etwa Filme wie „American Diner“, „Rain Man“, „Good Morning, Vietnam“ und „Wag the Dog“ gedreht: alle unterschiedlich, alle großartig. Gerade im Vergleich mit den beiden Letztgenannten verwundert die Zahnlosigkeit von „Rock the Kasbah“. Statt Biss und Satire gibt es hier schlichte Charaktere mit flotten Sprüchen, Klischees, ein paar gelungene Gags und ein paar weniger gute. Würde man nicht den immer sehenswerten Bill Murray beobachten, wie er die Taliban mit Musik das Fürchten lehrt, gäbe es gar keinen Höhepunkt. Doch auch Murray kann nicht verhindern, dass der auf einem wahren Fall beruhende Film in Einzelteile zerfällt. Mit der Entdeckung Salimas wechselt der Erzählton, aus der schrägen Komödie wird ein rührseliges Melodram: Verweise und Dramaturgie stimmen nicht mehr. Geschichte verschenkt. Schade.

"Rock the Kasbah"

mit Bill Murray, Kate Hudson Regie: Barry Levinson Laufzeit: 106 Minuten

Annehmbar

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Good Morning, Vietnam“ mochten.

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