Kampfkunst-Drama

Trailer zu "The Assassin": Gefangen im Ritual

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Gnadenloser Gehorsam wird von Nie Yinniang (Shu Qi) verlangt.

München - Perfektionistisch arrangiert, überwältigend schöne Bilder: Das Kampfkunst-Drama von Hou Hsiao-Hsien überzeugt nicht mit Action sondern mit prekärer Statik.

Für die Meister des chinesischen Kinos gehört es inzwischen zum guten Ton, sich auch in die ehrwürdige Tradition des Kampfkunst-Genres einzuschreiben. Zhang Yimou oder Wong Kar-wai haben sich auf das Terrain des „Wuxia“ begeben und respektvoll die Melange gesucht aus dessen Konventionen und ihrem eigenen Stil. Der Titan des taiwanesischen Alltagsdramas Hou Hsiao-Hsien („City of Sadness“) aber hat in der Begegnung nun seine unverkennbare Filmsprache eher noch radikalisiert.

„The Assassin“ ist kein Film über Action, sondern über prekäre Statik. Mit pointilistischem Musikeinsatz und Beschneidung des Breitwand-Formats. So geduldig und distanziert beobachtet, so perfektionistisch arrangiert wie Hous Realismus-Meisterwerke. Als Vorlage hat er kein Epos gewählt, sondern eine Kurzgeschichte Pei Xings vom Ende der Tang-Dynastie. Um ihr unerwünschte Anfälle von Mitleid auszutreiben, wird darin Auftragsmörderin Nie Yinniang (Shu Qi) von ihrer Meisterin gnadenloser Gehorsam abgefordert: Sie soll den Provinz-Gouverneur Tian Ji’an (Chang Chen) umbringen – ihren Cousin und Ex-Verlobten.

Die Geschichte fühlt sich an, als würde man einen einzigen Zug einer Schachpartie studieren, ohne je das ganze Spiel zu sehen. Hou erzählt sie bewusst elliptisch und enigmatisch, verlangt volle Aufmerksamkeit, um ihr folgen zu können. Er zeigt Menschen, die in Ritualen und Regeln gefangen sind; Körper, die jede kleine Geste beherrschen, ihre Leidenschaften verstecken müssen, Freiheit höchstens in der in überwältigend schöne Bilder gefassten Begegnung mit der Landschaft finden. Es ist wie meist bei Hou eine Geschichte über die Prägung durch Vergangenes, über Bedauern. Vermutlich ein Meisterwerk. Aber nach nur einmaligem Sehen ist über diesen Film kaum ernsthaft zu urteilen.

„The Assassin“

mit Shu Qi, Chang Chen, Zhou Yun

Regie: Hou Hsiao-Hsien

Laufzeit: 105 Minuten

Sehenswert

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