Nach Anne-Will-Talk

ARD entlarvt falsche Aussage von Trump-Anhänger auf Twitter

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Was passiert mit der Weltordnung unter Präsident Trump? Das war die Frage bei „Anne Will“

Berlin - Gerade erst ist Donald Trump im Amt, doch was er wirklich vorhat, das weiß wohl nur er selbst. Aber was ändert sich für die Weltordnung? Darauf wollte Anne Will eine Antwort finden.

Es ist nicht leicht, in diesen Tage in Deutschland Trump-Anhänger zu sein. Noch schwerer dürfte es allerdings nach der Sendung von „Anne Will“ sein. Denn auch dort versuchte der CDU-Politiker und Trump-Fan Ralph Freund, Vizepräsident der "Republicans Overseas Germany", den neuen US-Präsidenten zu verteidigen – allerdings nicht nur mit fragwürdigen Argumenten, sondern auch mit falschen Zahlen.

Denn Freund behauptete, Hillary Clinton habe nur 57 Landkreise der insgesamt über 3000 amerikanischen Counties gewonnen. Das sollte belegen, dass Donald Trump in der Fläche stark verwurzelt ist. Doch die Aussage ist falsch, wie die „Anne Will“-Redaktion nach der Sendung twitterte (die komplette Sendung können Sie hier nachsehen):

Zwar hat Donald Trump klar mehr Landkreise gewonnen (2626), aber Hillary Clinton kam eben doch auf 487, schreibt die Nachrichtenagentur AP. Eigentlich kein großes Problem – wäre da nicht die Debatte um bewusste Lügen oder „alternative Fakten“ in der US-Politik. Freunds Kommentar zur Reaktion auf Trumps erste Zeit als US-Präsident: „Im Tun liegt die Wahrheit, nicht im Reden.“

Darauf dürfte auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gespannt sein. Denn gerade in ihrem Ressort könnte sich Donald Trump sehr bemerkbar machen. Er hat immer gesagt, dass er die NATO für „obsolet“ hält. Von der Leyen sagt dagegen sehr ernst: „Die Nato ist vor allem ein Wert. Freie Demokratien haben sich ihre wechselseitige Unterstützung zugesagt, falls eine von ihnen angegriffen wird. Das Vertrauen ist über fast 70 Jahre gewachsen.“

Europa-Skepsis war schon da - jetzt kommt sie raus

Der Historiker Michael Wolffsohn bei „Anne Will“.

Die Wut der Amerikaner über die NATO-Mitglieder, die nicht so viel zahlen, wie sie müssten – das kann der Historiker Michael Wolffsohn verstehen. Er lehrte über 30 Jahre an der Münchner Bundeswehr-Universität Neuere Geschichte. Gerade im Hinblick auf die Türkei ließen sich die aktuellen Probleme deutlich sehen. Trump schaffe es, die „addierte Frustration des Amerikaners“ zu sein. Und so kommt Wolffsohn auf den schönen, wenn auch schrägen Vergleich: „Trump ist der Mund des amerikanischen Bauches.“ Die Skepsis gegen Europa sei lange gewachsen – und wird jetzt deutlicher zum Ausdruck gebracht.

Das Kernthema des Abends war aber eigentlich die Wirtschaftspolitik. BDI-Präsident Dieter Kempf ließ allerdings wenig Gutes am neuen US-Präsidenten. Er habe die globalisierte Wirtschaft nicht verstanden, warf Kempf ihm vor. Und im Hinblick auf die US-Traditionskonzerne General Motors und Ford sagte er über Trump: „Wahrscheinlich weiß er gar nicht, dass das amerikanische Unternehmen sind.“

Wenig Lösungen - weil die Probleme mit Trump noch nicht klar sind

Insgesamt war das Problem dieser Sendung, dass wir einfach noch nicht so genau, wissen, was Trump tun wird. Deshalb gab es zwar viele Spekulationen, viele Warnungen, aber wenig Lösungen auf den Sendungstitel „Verändert das die Weltordnung?“. Auch Trump-Fan Ralph Freund wollte am Ende der Sendung nochmal darauf hinweisen, dass man doch erst einmal abwarten sollte, was Trump wirklich tut. Der trockene Kommentar von BDI-Präsident Kempf: „Wir können ihm zuhören, das ist manchmal schon schwierig genug.“

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