Die beiden anderen Teile waren besser

TV-Kritik zum Abschluss der NSU-Trilogie: Leider nur ein Krimi

Skurril: Fahnder Paul Winter (Florian Lukas) auf einem Verfassungsschutz-Maskenball. Foto: br

Der Abschluss des NSU-Dreiteilers "Mitten in Deutschland" ist zu einfach gestrickt. Damit wird er den anderen beiden Teilen nicht gerecht, findet HNA-Volontär Benedikt Dittrich.

Spätestens als der thüringer Verfassungsschutz in seinen Räumen einen rauschenden Maskenball feiert, bildete sich im Kopf ein großes Fragezeichen: Was soll das ? Was mit den ersten beiden NSU-Filmen „Die Täter“ und „Die Opfer“ so gut begann, erleidet mit dem dritten Teil „Die Ermittler: Nur für den Dienstgebrauch“ Schiffbruch.

Der Film von Regisseur Florian Cossen schafft es zu selten wie die ersten beiden Teile, Fakten und Fiktion zu einem stimmigen Gesamtbild zu verweben. Das liegt zunächst an den Fahndern Walter Ahler (Sylvester Groth) und Paul Winter (Florian Lukas), zu viel mit sich als mit der Suche nach dem Neonazi-Trio beschäftigt sind. Dass Ahler an Krebs stirbt und Tochter Charlotte (Liv Lisa Fries) seine Arbeit fortführt, bringt die Handlung nicht entscheident voran. Da wird viel Filmzeit verschenkt, von dem skurrilen Maskenball ganz zu schweigen.

Zeit, die an anderer Stelle fehlt: Dort die zwielichtigen Verfassungsschützer, hier die integren LKA-Fahnder - das ist zu einfach. So werden viele Fragen, die sich um den NSU ranken, in ein Schwarz-Weiß-Schema gequetscht. Ermittlungspannen, verschwundene Akten und falsche Fährten bleiben Beiwerk in dem eindimensionalen Feindbild: der Verfassungsschutz als Terrorhelfer.

Das ist schade, denn Teil eins und zwei hatten diese Vereinfachung nicht nötig.

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