TV-Kritik zum Münchner "Tatort": Grausame Wahrheit

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In der Kneipe: Die Kriminalhauptkommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) verzweifeln an dem aktuellen Fall.

Maja Yüce über den Münchner „Tatort“, der beunruhigend ist, weil er keine einfache Lösung liefert.

Was bleibt, ist ein unheimliches Gefühl: Trotz größter Bemühungen wurde der Täter nicht gefunden. Das ist etwas, was den erfahrenen Münchner Kommissaren Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) in über 25 Jahren Ermittlungsarbeit noch nicht passiert ist.

Ein Familienvater wurde vor den Augen seiner Frau Ayumi (Lua Omoto) und seines Sohnes Taro (Leo Schöne) er-stochen – ohne erkennbares Motiv. Ein halbes Jahr dauerte die zermürbende – für die Zuschauer hochspannende – Arbeit, die von einer Sackgasse in die nächste führte. Es gab Zeugen, widersprüchliche Aussagen, Indizien und Tatverdächtige. Doch ging es nicht voran. Leitmayr, der die Soko leitetete, war bald verzweifelt. Die Witwe konnte mit der Ungewissheit nicht in ihr altes Leben zurück. In dem Fall stießen die Kommissare an Grenzen – beruflich und privat. Schon lang war Batic erschöpft-ruhelos, jetzt brach er zusammen. Das passte zur Stimmung, zu den ruhigen Bildern (Regie: Sebastian Marka). Ebenso, wie die Sprüche auf einem Wandkalender („Der erste Eindruck ist wichtig, der zweite enthält die Wahrheit.“).

Durch den zweiten Toten wurde das grausame Spiel noch deutlicher. Auf die Frage nach dem Warum gab es keine Antwort. Dadurch wurde „Wahrheit“ (Buch: Erol Yesilkaya) bedrückend glaubwürdig. Der Wunsch nach mehr von diesem starken Krimi wird erfüllt: Die Fortsetzung „Der Tod ist unser ganzes Leben“ wird 2017 ausgestrahlt.

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