TV-Kritik zum Frankfurter Tatort: Weniger ist mehr

Kommissare: Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch). Foto: hr

Die Messlatte lag hoch. Die ersten drei Fälle des Frankfurter Ermittler-Duos waren spannend und witzig.

Diesmal ging es um zu viel: Um einen Vermissten, einen Nachbarschaftsstreit, der im gemeinsamen Mord gipfelte. Um Verfolgungswahn, Cyberangriffe, binomische Kontaktlinsen, die Emotionsdaten sammeln. Um Tierquälerei, ein Psycho-Geschwisterpaar, einen alten Fall – und zum Schluss explodierte eine Flugzeug.

Jeder einzelne dieser Handlungsstränge des „Tatorts: Wendehammer“ (Regie: Markus Imboden) hätte das Zeug zu einem passablen Krimi gehabt. Okay, fast jeder: Was haben Mordermittler in einem Vermisstenfall zu suchen? Für nur einen „Tatort“ war das überfrachtet – nicht immer schlüssig. Ein winziges Beispiel: Warum geben Autofahrer an einer ausgefallenen Ampelkreuzung noch Gas und krachen ineinander? Es gab zu viele Ungereimtheiten. Die Spannung blieb auf der Strecke. Da halfen auch das hervorragende Gespür für komische Momente und die tollen Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) nichts mehr. Allerdings wuchs die Neugier, wie es gelingen kann, diesen in sich verzwickten Fall zu lösen – auch eine Art Spannung.

„Ich hatte das Gefühl, dass der Fall noch mal auf uns zukommt“, sagte Ermittler-Chef Henning Riefenstahl (Roeland Wiesnekker).

Dann aber bitte dran denken: Weniger ist mehr.

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