TV-Kritik: „Schulz und Böhmermann“ ist ein Talk mit Liebe

Lassen Dampf ab: Jan Böhmermann fragt, Rapper Kollegah raucht. Foto: zdf

Ihre Radio-Sendung "Sanft und sorgfältig" ist Kult, nun moderieren Olli Schulz und Jan Böhmermann auch einen TV-Talk bei ZDFneo. Die Premiere war vielversprechend.

Für seine neue Talkshow „Schulz und Böhmermann“ hat sich ZDFneo etwas Hübsches ausgedacht. Die Gäste werden nicht in Einspielfilmen vorgestellt, sondern durch Texte, die die Schriftstellerin Sibylle Berg ins Off spricht, während man den Promi sieht. Über den Wetter-Mann Jörg Kachelmann sagte Berg bei der Premiere, sein tiefer Fall zeige, dass es dem TV-Publikum nicht um Liebe, sondern um Geilheit gehe.

Die erste Ausgabe des Talk-Formats, dessen Konzept sich nicht nur wegen der qualmenden und saufenden Gäste an die Vorgänger-Sendung „Roche und Böhmermann“ anlehnt, kann eine große Liebe werden. Gewiss: Olli Schulz, der als Liedermacher und Radio-Moderator Deutschlands unterhaltsamste Rampensau ist, spielte sich mit megalangen Fragen zu sehr in den Vordergrund. Aber sonst war es für die 400 000 Zuschauer, die für den Spartensender ZDFneo beachtlich sind, sehr unterhaltsam.

Der nach einer angeblichen Vergewaltigung freigesprochene Kachelmann erzählte von Ratten im Knast. Rapper Kollegah gestand, dass er bei Konzerten auf Mallorca nur zehn statt dreißig Minuten auf der Bühne stehen muss, weil es eh keiner merke. Und Jan Böhmermann führte gekonnt den Hochstapler Gert Postel vor, der sich als Psychiater ausgegeben hatte, obwohl er nur Postbote war.

Über ihn sagte Berg: „In seinem Kopf wohnen möchte man lieber nicht.“ Auf die nächste Ausgabe von „Schulz und Böhmermann“ dagegen freut man sich jetzt schon.

Die erste Folge gibt es hier: www.zdf.de/ZDFmediathek

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