TV-Kritik: Tatort "Heimatfront"

+
Unter Verdacht: Vier Afghanistan-Rückkehrer.

Berlin - Der Saarländische Rundfunk hat den Tatort "Heimatfront" produziert und sich dabei viele Gedanken um Krieg und Frieden, um Liebe und Kameradschaft gemacht. Die Umsetzung ist schonungslos. Eine Kritik:

Wenn der kleine Saarländische Rundfunk alle Jubeljahre mal einen „Tatort“ produziert, dann haben sich viele Leute viele Gedanken über ein Thema gemacht. Ach was, ein Thema? In „Heimatfront“ (ARD) geht es um Krieg und Frieden, es geht um Liebe und Kameradschaft, Politik und Kunst. Wobei die Kunst erst mal nur für den Anfangsschocker herhalten muss. Vier Soldaten stehen im Verdacht, eine Frau im Engelskostüm während einer Performance aus 400 Metern erschossen zu haben. Für die Kommissare Kappl (Maximilian Brückner) und Deininger (Gregor Weber) sind sie kaum zugänglich. Weil sie während ihres Afghanistan-Einsatzes viel verloren haben, vor allem ihr Seelenheil. Noch nie sind so viele Soldaten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zurückgekehrt wie heute.

Das Tatort-Quiz - Sind Sie ein Experte?

01_muenchen
1. Wofür geriet der „Tatort: Im Visier“ 2003 in die Kritik? A: Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde in die Nähe der Russenmafia gerückt. B: Die Polizeipferde waren gedopt. C: Es wurden geheime Polizei-Taktiken verraten. © dpa
02_sek
Richtige Antwort: C: Es wurden geheime Polizei-Taktiken verraten. © dpa
03_schweden
2. In Schweden war man dermaßen begeistert vom „Tatort“, dass dort… A: das Hochschuldiplom in „Reifezeugnis“ umbenannt wurde. B: ein Popduo namens „Stoever & Brockmöller“ Charterfolge feierte. C: ein Drehbuch in Schulbüchern abgedruckt wurde. © dpa
04_schule
Richtige Antwort: C: ein Drehbuch in Schulbüchern abgedruckt wurde. © dpa
05_pass
3. „Norbert“, „Oskar“ und „Pauline“… A: ermitteln in Saarbrücken. B: hießen die Dackel von Kommissar Veigl. C: sind Titel von „Tatort“-Folgen. © dpa
06_oskar
Richtige Antwort: C: sind Titel von „Tatort“-Folgen. © dpa
07_bienzle
4. Der Drehbuchautor Felix Huby benannte seinen Kommissar Bienzle nach… A: seinem Lateinlehrer. B: einer Metzgerei. C: dem schwäbischen Wort für Schlapphut. © dpa
08_metzgerei
Richtige Antwort: B: einer Metzgerei. © dpa
09_thiel
5. Die Melodie welches Schlagers dient dem Münsteraner Kommissar Thiel als Handy-Klingelton? A: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. B: Kreuzberger Nächte sind lang. C: In München steht ein Hofbräuhaus. © dpa
10_reeperbahn
Richtige Antwort: A: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. © dpa
11_schimanski
6. Mit welcher Geste quittierte Horst Schimanski den Dienst? A: Er rasierte sich den Schnäuzer ab. B: Er ohrfeigte Thanner. C: Er warf seinen Parka weg. © dpa
12_schimanski
Richtige Antwort: C: Er warf seinen Parka weg. © dpa
13_wechsel
7. Welches Ermittlerduo wechselte den Dienstort? A: Batic und Leitmayr. B: Ehrlicher und Kain. C: Odenthal und Kopper. © dpa
14_ehrlicher
Richtige Antwort: B: Ehrlicher und Kain. © dpa
15_fernbed
8. Welcher Kommissar bescherte mit seinem letzten Fall dem „Tatort“ den bis heute gültigen Zuschauerrekord? A: Horst Schimanski. B: Edgar Brinkmann. C: Heinz Haferkamp. © Wolfgang Werner/dpa/gms
16_felmy
Richtige Antwort: C: Heinz Haferkamp. © dpa
17_inflagranti
9. Im „Tatort: Inflagranti“ wurde das Opfer… A: von der Tarantel gestochen. B: in die Sauna gesperrt. C: vom Trecker überfahren. © dpa
18_sauna
Richtige Antwort: B: in die Sauna gesperrt. © dpa
19_ballauf
10. Wo steht die Lieblings-Currywurstbude der Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk? A: am Deutzer Rheinufer. B: am Schokolademuseum. C: auf der Domplatte. © dpa
20_rhein
Richtige Antwort: A: am Deutzer Rheinufer. © dpa

Es ist schlicht bedrückend zu sehen, wie diese seelischen Wunden die Welt der Soldaten auf den Kopf stellen. Wie sie sich im Alltag hart und unverwundbar geben und dann in den Therapiesitzungen heulen, schreien und verzweifeln. Wie sie darunter leiden, dass ihnen statt Anerkennung so viel Hass und Verachtung entgegenschlägt. Einer erträgt es nur mit Alkohol, ein anderer sehnt sich zurück nach dem Krieg, weil er sich vor seiner Vaterrolle fürchtet. Und einer tötet, weil er liebt.

Das Leben ist für die Soldaten zu einer Bedrohung geworden. Und das zeigt Regisseur und Oscar-Preisträger Jochen Freydank so schonungslos, dass er uns Zuschauer in die Rolle eines Scharfschützen steckt: Wenn wir schon den Krieg anprangern, sollten wir wenigstens das richtige Ziel vor Augen haben.

Katharina Fuhrin

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.