Spannend und ohne moralischen Zeigefinger

TV-Kritik zum Tatort aus Köln: Tief abgründig

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Kommissare: Freddy Schenk (Dietmar Bär, links) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt).

Ein Überfall auf eine Zoohandlung, ein Schuss, ein Toter – soweit der Beginn eines scheinbar ganz normalen „Tatorts“. Doch genau das war der Krimi aus Köln nicht. Eine Kritik.

Ein Überfall auf eine Zoohandlung, ein Schuss, ein Toter – soweit der Beginn eines scheinbar ganz normalen „Tatorts“. Doch genau das war der neue Fall für die Kölner Ermittler Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) nicht. Der Hauptverdächtige war ein Nordafrikaner und die Stimmung in Köln seit der Silvesternacht 2015 aufgeheizt. „Wacht am Rhein“ griff die Flüchtlingsdebatte auf.

Die Kommissare waren auch in dieser Folge stark, doch war die Parallelhandlung zur Arbeit der Polizei diesmal spannender und tief abgründig. Fast alle Figuren sahen sich als Opfer, fühlten sich bedroht und drohten daher – die sogenannten Gutmenschen ebenso wie die Ausländerhasser und die Flüchtlinge. Selbst der zu Unrecht von zwei Mitgliedern der Bürgerwehr verdächtigte und gefangen genommene Baz Barek (stark gespielt von Omar El-Saeidi) wurde gewalttätig. Niemand war so, wie er auf den ersten Blick zu sein schien. Die größte Stärke dieses „Tatorts“ (Regie: Sebastian Ko) war, dass er sich allen Seiten annäherte und verdeutlichte: Es gibt keine einfachen Antworten und nicht nur eine Wahrheit. Das ohne moralischen Zeigefinger und ohne an Spannung zu verlieren. Ein Kunststück.

Lesen Sie hier:

Fragen und Antworten zum Tatort "Wenn die Angst regiert"

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