TV-Kritik zum "Topmodel": Kasselerin schon in Runde Eins raus

Kassel. Germany's Next Topmodel 2016 startet mit neuem Konzept, neuer Jury und vielen altbekannten Klischees, findet HNA-Volontärin Michaela Pflug. Und die Staffel geht ohne die Kasseler Kandidatin Naomi weiter.

Einmal kurz geblinzelt und der Zuschauer hätte sie verpasst. Naomi (18), die Kasseler Kandidatin bei Germany's Next Topmodel (GNTM), ist schon in der ersten Runde wieder rausgeflogen. Besser lief es für den neuen Juror, Michael Michalsky. Der blieb, obwohl er selbst wenig von der „Individualität“ und „Attitude“ an den Tag legte, die von den Kandidaten gefordert wurde.

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Michalsky ersetzt Designer Wolfgang Joop, der nach zwei Staffeln ging. Noch blieb er etwas blass, doch schon jetzt ist klar, der 48-Jährige schlägt nicht den (groß)väterlichen Ton an mit dem Joop oft versuchte, Heidis „Mädels“ aufzubauen. Vielmehr wurde er nicht müde zu betonen, was für ein toller Designer mit Blick für neue Talente und für „das Besondere“ er ist.

Nicht nur in der Jury gibt es ein neues Mitglied, sondern auch das Konzept wurde nach schwächelnden Quoten überarbeitet. Statt sich mit den Juroren durch viele deutsche Städte zu quälen, hatte Heidi Klum bereits eine Vorauswahl getroffen. Das straffte die Sendung angenehm. Lediglich 50 Möchtegern-Models traten in der ersten Folge gegeneinander an. Der erste Lauf sollte dabei ihre „Personality“ und ja, die von Juror Thomas Hayo gern bemühte „Attitude“ zeigen. Das war unterhaltsam, durften die jungen Frauen doch selbst ein Outfit aussuchen, das raussticht. Zuerst sah es so aus, als ob Halbbrasilianerin Taynara mit ihrem Samba-Outfit den Vogel abschießen würde, aber nein, es war die 17-jährige Fred, die mit Regenbogenleggings und lautem Geschreie den Fremdschämfaktor nach oben schnellen ließ. Beide kamen natürlich weiter. Kasselerin Naomi allerdings nicht. Ganz kurz erklärte sie vor dem Lauf, sie trage ein von ihrem Heimatland Eritrea inspiriertes Outfit, dann wurde sie noch eine halbe Sekunde auf dem Laufsteg gezeigt und ward fortan nicht mehr gesehen.

Danach geht es in Runde zwei in Michalsky-Klamotten weiter. Da werden die Kandidatinnen nach „The Voice“-Manier in zwei Teams gebuzzert. Wollen Hayo und Michalsky beide ein Model, dann ist es aber nicht wie bei „The Voice“ die junge Frau, die entscheidet, sondern die wahre Chefin Heidi. Das macht sie langweilig gerecht und immer schön abwechselnd, so das am Ende jeder mit 12 schlaksigen Amazonen in die Schlacht ziehen kann.

Ganz schön viel Neues und doch irgendwie auch nicht. Heidi lächelt, die Anglizismen fliegen, die „Mädels“ staksen und auch die klassischen Rollen der „Zicke“, der „Mama“ (diesmal inklusive echtem Kind daheim), der „Heulsuse“, der „Arroganten“, der „Schüchternen“, der „mit dem seltsamen Lauf“ und dem „Paradiesvogel“ sind doch besetzt. Auf dass sie auch 2016 von der großen Modelkarierre, die wahrscheinlich nicht kommen wird, träumen.

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