ARD-Krimi am Sonntag

TV-Kritik zum Dortmunder "Tatort": Auf die Spitze getrieben

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Er ist gezeichnet: Hauptkommissar Peter Faber.

Bei diesem "Tatort" wird deutlich, dass die Verzweiflung von Hauptkommissar Peter Faber auserzählt ist - das sagt unser Kritiker.  

Bei Serienformaten stellt sich immer irgendwann die Frage, ob eine Geschichte „auserzählt“ ist, wie man so schön sagt, ob also keine Entwicklung mehr stattfindet, es nichts Neues mehr zu sagen gibt. Der WDR-„Tatort“ mit seinem prägnanten Dortmunder Ermittler-Quartett war von Anfang so ungewöhnlich, dass es viel zu erzählen gab. 

Er kreiste um den, sagen wir mal: verhaltensauffälligen, Peter Faber, grandios gespielt von Jörg Hartmann. Ein Hauptkommissar, dessen Frau und Tochter getötet wurden, der damit nicht fertig wird. Ein empathieloser Zyniker, dessen Alleingänge sein Team strapazieren, aber auch mit herausragender Intuition.

Mit dem durchaus intensiven „Tatort: Inferno“ trieben Autor Markus Busch und Regisseur Richard Huber Fabers Zerrissenheit auf die Spitze. Mehr psychischer Ausnahmezustand geht nicht, zumindest wenn es einen Fall zu lösen gilt. 

Der spielte in der überforderten Notaufnahme einer Klinik, ein leitender Arzt, als Betrüger entlarvt, triggerte Fabers Labilität zusätzlich. Nach einem dramatischen Unfall-Finale kam der Kommissar in die Klinik, in der er anfangs für einen Hilfe suchenden Penner oder Süchtigen gehalten wurde. Fabers Verzweiflung ist tatsächlich „auserzählt“, und es würde dem Dortmunder „Tatort“ guttun, wenn er neu justiert würde.

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