TV-Kritik zum zweiten NSU-Film: Traurig glaubwürdig

Glaubt den Opfern nicht: Ermittler Hegemann (André M. Hennicke). Foto: wdr

Der zweite NSU-Film "Die Opfer - vergesst mich nicht" ist keine Doku, aber dafür umso glaubwürdiger. Ein Film, der zur richtigen Zeit weh tut, findet HNA-Volontär Benedikt Dittrich.

Ermittler Hegemann (André M. Hennicke) zeigte schon im ersten Gespräch mit der Familie des getöteten Enver Simsek, woran es bei den Untersuchungen der NSU-Morde offensichtlich krankte: „Ohne Hakenkreuze keine Nazis.“ Damit lässt Regisseur Züli Aladag den Beamten in einem Satz sagen, was der zweite NSU-Film „Die Opfer - Vergesst mich nicht“ auf 90 Minuten immer wieder kritisiert: die Blindheit der Behörden, die die Opfer der Neonazis ein zweites Mal verletzen.

Aladag bleibt nah an der Familie Simsek und zeigt, wie sich die Verzweiflung der Opfer steigert, während die Behörden schludern. Nach dem ersten NSU-Film über die Täter wird die Erinnerung an die Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ schmerzlich zurückgeholt.

Man kann kritisieren, dass die Filme zu früh kommen. Viele Fragen sind noch offen. Dann verfehlt man aber die Absicht der Autoren. Denn vor allem der zweite Film will daran erinnern, dass vor wenigen Jahren Neonazis willkürlich mordend und unbehelligt durch Deutschland ziehen konnten. Das ist unbestritten, auch wenn zwei der mutmaßlichen Täter tot sind und die Dritte im Bunde, Beate Zschäpe, noch nicht verurteilt wurde.

 

Teil 3 „Die Ermittler - Nur für den Dienstgebrauch“ am 6. April um 20.15 Uhr, ARD.

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