HNA-Kritik

Eine Lüge aus Liebe: Die Kritik zum Münchner "Tatort"

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Die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, r.) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl).

Der letzte Fall der Münchener Kommissar blieb ungelöst, heute wurde er furios fortgesetzt - es ging um Freundschaft, Lügen, Verrat und Rache. HNA-Redakteur Matthias Lohr über den packenden "Tatort".

Im vorigen Münchner „Tatort“ "Die Wahrheit" (Ausstrahlung im Oktober 2016) wurde Kommissar Ivo Batic etwas gefragt, was den jüngsten Fall noch trauriger machte. Die Witwe des damaligen Mordopfers wollte von dem Ermittler wissen: „Haben Sie denn niemanden, für den es sich lohnt zu lügen?“

In „Der Tod ist unser ganzes Leben“ hat Batic nun ganz heftig gelogen, aber nicht für seinen Kollegen Franz Leitmayr, mit dem er seit 26 Jahren durch dick und dünn geht, während die mörderische Welt immer weiter auseinanderfällt. Die beiden sind einsame Wölfe und doch aufeinander angewiesen wie zwei alte Ehepartner. Den grau gewordenen Darstellern Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl sieht man die Verletzungen der Zeit an.

Batic log nun für die Witwe aus „Die Wahrheit“. Regisseur Philip Koch sowie den Autoren Erol Yesilkaya und Holger Joos gelang ein kleines Wunder: Sie setzten den Fall von damals fort und schufen doch einen eigenständigen Film über Rache, Freundschaft und Verrat.

Gerhard Liebmann spielte den Täter, der erneut einen unschuldigen Familienvater einfach so abstach, furchterregend gut. Und die körperlich sowie seelisch geschundenen Kommissare hätte man gern in den Arm genommen. „Wenn es sein muss, schieb ich dich im Rollstuhl zum nächsten Tatort“, sagte Leitmayr zu Batic.

Das wird nicht nötig sein. Auch nach diesem „Tatort“, der fast das Ende gewesen wäre, geht es weiter. Schon Ende Mai läuft der nächste Fall, in dem es um Polyamorie geht, also Menschen, die mehrere Partner haben und für niemanden lügen wollen.

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