Urteil: Schönheits-OP im TV ist jugendgefährdend

München - Zwei Folgen einer MTV-Sendung über Schönheitsoperationen dürfen in Deutschland nur noch in der Nachtzeit gesendet werden. Warum das Gericht so entschieden hat:

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München hat die von der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) angeordneten Sendezeitbeschränkungen für die MTV-Sendung "I want a famous face" auf das Nachtprogramm von 23:00 bis 06:00 Uhr bestätigt, wie die BLM am Dienstag in München mitteilte. Sie spricht von einem Erfolg für den Jugendschutz.

Die betroffenen Folgen, bei denen sich Frauen mit Schönheitsoperationen ihrem Idol (in diesen Fällen Kate Winslet und Pamela Anderson) annähern wollten, waren schon vor fast sieben Jahren ausgestrahlt worden: im Juli und August 2004 zwischen 21.30 und 22.30 Uhr.

Der Verwaltungsgerichtshof folgte mit dem Urteil vom 23. März den Einwänden der Medienwächter, dass solche Sendungen Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung beeinträchtigen könnten. In der wichtigen Phase der Identitätsfindung werde “jungen Zuschauern suggeriert, es komme nur auf das Äußere an, und dieses sei beliebig formbar“. Sie könnten den Eindruck gewinnen, “dass sich Probleme der Selbstakzeptanz durch Wegschneiden, beliebiges Verkleinern und Vergrößern von Körperteilen, Absaugen oder Einspritzungen lösen lassen“, zitiert der Verwaltungsgerichtshof die Entscheidung der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM).

Die abweichenden Urteile der ersten Instanz (Verwaltungsgericht München) wurden in dem Berufungsverfahren aufgehoben. Die Revision gegen das Urteil zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wurde zugelassen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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