Zu viel Suff und Sex: “X-Diaries“ zu heftig

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Hanno (28) fährt mit seinen Kumpels Christian (28) und Ole (27) nach Ibiza, um seinen Junggesellenabschied zu feiern. Das Bild entstammt der Sendung "X-Diaries" auf RTL II

München - Zu viel Alkohol und Brüste: Die RTL-II-Dokusoap "X-Diaries" verstößt gegen den Jugendschutz. Deshalb wurden nun zahlreiche Folgen beanstandet. Auch andere Formate wurden scharf kritisiert.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) beanstandet zahlreiche Folgen der RTL-2-Sendung “X-Diaries - love, sun & fun“. Wegen der “aufdringlichen Darstellung der Themen Sex und Alkohol und der derb-zotigen Sprachwahl“ sei eine Entwicklungsbeeinträchtigung für Kinder unter zwölf Jahren, teilweise auch Jugendliche unter 16 festzustellen, teilte die KJM am Montag in München mit. “Aufgrund der für Heranwachsende nicht zu erkennenden Fiktionalität der Sendung ist eine sozialethische Desorientierung für unter 16-Jährige oder für unter 12-Jährige zu befürchten.“

Die Kommission wies darauf hin, dass RTL 2 die Folgen inzwischen der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) vorlegt. Die jetzige Staffel sei bisher jugendschutzrechtlich unproblematisch.

Sex-Knigge für Urlauber

Mädchen Po Strand
Strand, Sonne und viel nackte Haut... Doch so prickelnd die Idee auch sein mag, Sex am Strand und sogar Schmusen sind in vielen Urlaubsländern ein absolutes Tabu.  © dpa
Recht Strafe Folgen Sex Sitten Knigge
Deutschland: Freiluft-Sex fällt in Deutschland unter "Erregung öffentlichen Ärgernisses". Die Erregung wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft. Dagegen gehören Schmusen und "oben ohne" Sonnen zum Strand-Alltag. In anderen Reiseländern sollten Sie sich lieber zurückhalten.  © dpa
Ägypten Strand
Ägypten ist im Hinblick auf Moralvorstellungen und Verhaltensregeln ein vergleichsweise liberales Land. Dennoch, schon knappe Bikinis gelten als unmoralisch. Sex am Strand ist strengstens verboten. © dpa
Dänemark: Hier darf fast nur die Meerjungfrau die Hüllen fallen lassen, bei Sex unter freiem Himmel drohen Haftstrafen bis zu vier Jahren. © dpa
Dubai: Schmusen, Umarmen und Streicheln - sind in der Öffentlichkeit illegal, besonders zwischen unverheirateten Partnern. © dpa
Florida: Schon zu viel nackte Haut ist in Florida verboten. 80 Prozent von Po und Busen müssen bedeckt sein. © dpa
Griechenland: Kontrollverlust durch zu viel Ouzo sollten Liebespärchen vorbeugen. Geldstrafen für Sex am Strand gibt es keine, dafür zwei Jahre Haft. © dpa
Italien: Dolce vita kennt seine Grenzen - Sex am Lido kostet 300 Euro Geldstrafe und es drohen bis zu zwei Jahren Haft.   © dpa
Auch das Tragen von Bikinis und Badehosen in Italien auf öffentlichen Plätzen ist untersagt. Bußgeld ab 200 Euro. © dpa
Japan: Allein das Knutschen auf einer Parkbank erregt im fernen Osten schon die Gemüter. Küssen darf man sich dort erst nach der Verlobung. © dpa
Kroatien: Geldstrafe von 150 Euro und bis zu 30 Tagen Haft. © dpa
Malaysia: Das malaysische Strafgesetzbuch ahndet Sex in der Öffentlichkeit mit 20 Jahren Haft und der Prügelstrafe. © dpa
Österreich: Leidenschaft im Freien kann auch hier teuer werden. 360 Tagessätze und bis zu sechs Monate Haft drohen. © dpa
Spanien: Hier kostet ein Liebesspiel am Strand bis zu 75.000 Euro... © dpa
Südafrika: Kunst am Strand von Durban sind kein Hinweis auf liberale Gesetze in Südafrika. Nacktbaden und Sex am Strand sind strafbar. © dpa
Thailand: Wer in Thailand "oben ohne" sonnt oder nackt badet, erhält ein Einreiseverbot. 500 Euro sind als Strafe für Sex am Strand vorgesehen. © dpa
Türkei: 200 Euro kostet der Spaß am Strand und bis zu zwei Monate Gefängnis. © dpa
USA: Hier sollten sich Urlauber ein Vorbild an der Freiheitsstatue nehmen und sich gut verhüllen. Denn, wer beim Sonnen auf sein Oberteil verzichtet, wird sofort eingesperrt. © dpa
Kanada: Hier droht maximal eine Verwarnung, Geldbußen sind keine festgesetzt. Mehr Reiseinfos zum Thema Sicherheit finden Sie im Internet www. auswaertiges-amt.de  © dpa
Bulgarien: Wer in Bulgarien seiner Leidenschaft nachgibt, droht maximal eine Verwarnung.  © dpa

Im zweiten Quartal dieses Jahres hat die KJM in allen geprüften Medien insgesamt 47 Verstöße gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag registriert. 31 davon betreffen “X-Diaries“.

Auch eine Liveberichterstattung zu einem “Geiseldrama in Manila“, die bei N24 um 13.45 Uhr lief, stufte die KJM als entwicklungsbeeinträchtigend für unter 16-Jährige ein. Gezeigt wurde die Leiche des erschossenen Geiselnehmers und die geborgenen, teils toten Geiseln. Die KJM ist der Meinung, dass Zuschauer unter 16 Jahre noch nicht die Kompetenz im Umgang mit Nachrichten haben, die für die Verarbeitung solch belastender Bilder notwendig ist.

Gewaltszenen in Nachrichten kritisiert

Beanstandet wurde ferner die Ausstrahlung einer Episode der Animationsserie “Stroker and Hoop“ um 6.00 Uhr morgens auf TNT, die für die Zeit nach 22.00 Uhr freigegeben war.

Problematisch für Zuschauer unter 18 Jahren finden die Jugendschützer eine Folge der Wrestlingshow “TNA Impact!“, die ohne Vorsperre auf Sky (Kanal Sport 2) um 22.15 Uhr lief. Die Gewalt gehe über das hinaus, was bei Wrestling als genretypisch einzustufen sei, meint die KJM.

Als bedenklich für Kinder eingestuft wurde die Episode “Over the Rainblow“ der US-Comedyserie “The Hard Times of RJ Berger“, die Viva um 17.15 Uhr ausstrahlte. Die darin behandelten sexuellen Themen entsprechen demnach nicht dem Entwicklungsstand von Kindern unter zwölf Jahren. Das Gleiche gilt nach Einschätzung der KJM für eine Ausgabe der RTL-2-Dokusoap “Der Promi-Trödeltrupp“.

Kritisiert wird auch die ProSieben-Nachrichtensendung “Newstime“ um 18.00 Uhr. Darin wurden Gewaltszenen des Spielfilms “Lebanon“ mit realen Kriegsereignissen verglichen. Kinder unter zwölf Jahren könnten Realität und Fiktion nicht trennen, teilte die KJM mit. Daher sei davon auszugehen, dass sie von diesen schockierenden Bildern nachhaltig beeinträchtigt würden.

Als “absolut unzulässig“ nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag stuft die Kommission drei Angebote im Internet ein. “Eines leugnet den Holocaust und macht volksverhetzende Inhalte zugänglich, eines zeigt Minderjährige in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung und eines verknüpft Sexualität und reale Gewalt.“ Vier Verstöße beziehen sich auf die Verbreitung von Pornografie.

dapd

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