Einschalten lohnt sich

Vorschau auf Kieler "Tatort": Psychopath ist wieder da

+
Wiedersehen zweier alter Bekannter: Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg, links) und Serienkiller Kai Korthals (Lars Eidinger) kommen sich im Kieler „Tatort“ noch einmal sehr nahe.

Selten sorgte ein „Tatort“ für so viel Aufregung wie die 842. Folge im September 2012. Am Ende von „Borowski und der stille Gast“ gelang dem Serienmörder Kai Korthals die Flucht.

Sogar „Tatort“-Erfinder Gunther Witte meldete sich nach dem Kieler Krimi empört zu Wort: „Ein Mörder darf nicht entkommen.“ Aber warum eigentlich nicht? In „Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes“ gibt es für die Kommissare (Axel Milberg und Sibel Kekilli) ein Wiedersehen mit Korthals, den der NDR einen „Serienkiller mit Kultcharakter“ nennt, was vor allem am grandiosen Darsteller Lars Eidinger liegt.

Um was geht es in „Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes“? 

Um die Ängste vor dem Bösen. An der Kieler Förde steigt eine verwirrte Frau aus einer Tiefkühltruhe. Sie sagt, der Mann, der sie gefoltert habe, komme „durch die Wand“. Wenig später stirbt sie an den Spätfolgen eines Kaiserschnitts, mit dem ein Amateur ein Baby aus ihrem Bauch geholt haben muss.

Kommissarin Sarah Brandt ahnt, dass der Täter wieder Korthals ist, der einst Frauen in ihren Wohnungen auflauerte und sie ermordete – auch die Polizistin wäre beinahe sein Opfer geworden.

Gibt es noch ein zweites Comeback? 

Ja, Maren Eggert spielte bereits von 2003 bis 2010 die Polizeipsychologin Frieda Jung, ehe Kekilli die weibliche Hauptrolle übernahm. Nun ist Jung wieder da und sucht mit Kommissar Klaus Borowski eine gemeinsame Wohnung. Doch dann wird sie von Korthals entführt. Aus dem Thriller wird ein Kammerspiel, in dem Eidinger und Milberg im Mittelpunkt stehen. Das Überraschende ist: Der Killer wirkt auf einmal auch sympathisch, und der Polizist entdeckt die dunkle Seite in sich.

Wer hat sich das ausgedacht? 

Drehbuchautor Sascha Arango war schon für den ersten Fall verantwortlich. Auf die Idee, Korthals wiederauferstehen zu lassen, ist er damals erst ganz am Ende der gemeinsamen Arbeit mit Regisseur Christian Alvart gekommen, der mittlerweile mit den „Tatort“-Folgen von Til Schweiger ausgelastet ist. Nun führt Claudia Garde Regie, für die es bereits der elfte „Tatort“ ist – so viele hat keine ihrer Kolleginnen verantwortet.

Lohnt sich das Einschalten auch diesmal? 

Auf jeden Fall, aber es kann sein, dass man danach zitternd ins Bett geht und nicht einschlafen kann. Autor Arango hat sich offensichtlich an Billy Wilder gehalten, der einst sagte: „Beginne mit einem Erdbeben und steigere dich dann langsam.“ Es könnte sein, dass die Fortsetzung für noch größere Aufregung sorgt als der erste Teil.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.