Gegen Ami-Vorbilder

Wachtveitl: Schweiger-"Tatort" ist merkwürdig

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Udo Wachtveitl ist einer der dienstältesten "Tatort"-Kommissare.

München - Til Schweiger polarisiert die "Tatort"-Fans. Und auch Schauspielkollege Udo Wachtveitl, der für die Kult-Krimireihe in München ermittelt, beurteilt den Hamburger "Tatort" kritisch.

„Es sind nicht meine Lieblings-„Tatorte“ und ich finde es komisch, Bruce Willis sein zu wollen“, sagte Wachtveitl, der als Kommissar Franz Leitmayr einer der dienstältesten „Tatort“-Ermittler ist, im „Focus Online“-Interview. „Sich amerikanische Vorbilder zu nehmen, halte ich bei so einer urdeutschen Produktion wie dem „Tatort“ für eine merkwürdige Idee.“

Die Häme, die Schweiger teilweise entgegenschlage, habe dieser aber nicht verdient. Bei ihm sei „wenigstens eine Ambition zu spüren(...), es ist irgendetwas Besonderes versucht worden“.

Die Tatort-Teams im Überblick

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Wachtveitl warnte bei „Focus Online“ grundsätzlich davor, die Marke „Tatort“ auszuhöhlen. „Bei manchen „Tatorten“ merkt man einfach, dass immer weniger Budget und Drehzeit vorhanden ist, dass man mit immer weniger Sorgfalt arbeitet.“ Er halte dies für die völlig falsche Entscheidung der Sender. „Der „Tatort“ ist etwas Einmaliges auf der Welt. Und ich finde, so ein Rennpferd muss man pflegen und darf es nicht als Ackergaul einsetzen, der den Karren durch jedes Quotentief zieht.“

Der jüngste Münchner „Tatort“ mit dem Titel „Der Wüstensohn“ schaffte es mit den Ermittlern Leitmayr und Batic (Miroslav Nemec) am Sonntag auf fast zehn Millionen Zuschauer. Die ersten beiden actionreichen Schweiger-„Tatorte“ waren 2013 und 2014 jeweils im März zu sehen. Sie gehörten mit 12,6 Millionen und 10,1 Millionen Zuschauern zu den quotenstärksten der ARD-Krimireihe.

dpa

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