Einer der schönsten Märchen- und Weihnachtsfilme

Das Geheimnis von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“

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Er passt: Der Prinz (Pavel Travnicek) passt Aschenbrödel (Libuse Safránková) den verlorenen Schuh an – und alle Happy-End-Hindernisse sind beseitigt.

Weihnachten beginnt für Millionen Menschen mit einem Summen im Dreivierteltakt. Mit der Titelmelodie des Märchenfilms „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, der in einem Ranking der schönsten Märchenfilme immer auf einem der vordersten Plätze landen wird.

Summend reitet ein Mädchen durch den Winterwald, sie trägt eine Weste aus Fell, die sie über dem Rock gegürtet hat. Was ist das Geheimnis des tschechisch-ostdeutschen Films, der vor 40 Jahren zum ersten Mal im Westfernsehen lief?

Selbstbestimmtes Mädchen

Das Aschenbrödel, das hier vorgestellt wird, ist ein starkes, aktives Mädchen, keine demütige Opfergestalt, die nur durch Prinzenblicke aufblüht. „Haben Sie nicht etwas vergessen?“, fragt sie den Jungadeligen, als der verkündet, sie heiraten zu wollen, keck: „Zu fragen, ob ich auch will.“ Schon vorher haben sich Aschenbrödel und Prinz kennengelernt, bei der Jagd im Winterwald, als ihm die junge Frau verkleidet im Jagdgewand zeigt, wer am besten mit der Armbrust umzugehen versteht. Die Natürlichkeit der Darstellerin Libuse Safránková trägt maßgeblich zum Charme des Films bei.

Märchenhafte Natur

Der Hof von Aschenbrödels Familie, der Winterwald, die Kutschfahrten und Ausritte auf dem schneebeglänzten Feld, die Tiere: Der ganze Film von Václav Vorlicek atmet den Zauber des Winters. Magie kommt über die Haselnüsse ins Spiel, die drei prächtige Gewänder bergen. Bewacht von Eule Rosalie, sind sie Aschenbrödels größter Schatz.

Romantik – aber Kitschfrei

Auch den Prinzen (Pavel Travnicek) lernen wir kennen – als verspielten Typen, der sich dem Zeremoniell bei Hofe nicht beugen mag. So erzählerisch eingebunden, springt der Funke nicht nur zwischen dem Paar, sondern auch zu den Zuschauern über: Das Herz geht auf, wenn die beiden sich Blicke zuwerfen, auf dem Ball tanzen, wenn der Prinz unbedingt das Rätsel lösen will, das Aschenbrödel ihm aufgibt. Dies alles, ebenso eine gute Portion Witz, bewahrt vor der Kitschfalle. Und wenn es zur Hochzeit kommt, kann das verhärtetste Gemüt weichwerden.

Pilgerstätte für Fans

Um den Film hat sich ein nachhaltiger Kult entwickelt. „3HfA“, wie die Fans sagen, ist Gegenstand von Forumsaustausch und Zentrum einer jährlichen Fan-Party im Burgambiente, die Kathrin Miebach organisiert. Liebevoll pflegt sie die umfangreichste Homepage zum Film. Daneben haben die Fans auch eine örtliche Verankerung: Schloss Moritzburg bei Dresden, wichtiger Drehort, hat eine Dauerausstellung zum Film eingerichtet. Kostüme, Requisiten und Bildgeschichten zu Nebenfiguren laden zur Träumerei ein. Und am Ende steht man da, eine Haselnuss in der Hand, und hat einen Wunsch frei.

Service: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“

Die Ausstellung auf Schloss Moritzburg  nahe Dresden ist bis 28. Februar 2016 zu sehen. Geöffnet Di. bis So. 10 bis 17 Uhr, auf der Webseite www.schloss-moritzburg.de wird empfohlen, vorab online Tickets zu buchen, um Wartezeiten zu vermeiden.

DVD/BluRay ab etwa 8 Euro.

Fan-Homepage: www.dreihaselnuessefueraschenbroedel.de

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