Zuschauer brüllen vor Lachen

Kandidatin treibt Jauch in den Wahnsinn

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Anne Hahn aus Neubrandenburg machte es Günther Jauch am Montagabend nicht leicht

Köln - Kandidatin Anne Hahn hat Günther Jauch den letzten Nerv gekostet. Völlig ahnungslos quälte sie sich von Frage zu Frage. Bei ihren Dialogen mit Jauch brüllten die Zuschauer vor Lachen.

Schon bei der Vorstellungsrunde der Kandidaten fiel Anne Hahn aus Neubrandenburg am Montagabend bei "Wer wird Millionär" aus der Reihe. Zusammen mit ihrem Namen wurde verkündet, dass sie ihrem Freund vom Gewinn einen neuen Duschvorhang kaufen würde - für 15 Euro. Es wurde der Running Gag der Sendung.

Um auf den begehrten Rate-Stuhl zu kommen, mussten die Kandidaten die Telefonvorwahlen von vier deutschen Millionenstädten richtig zuordnen. Anne Hahn schaffte das in sagenhaften 2,32 Sekunden. Und auch die ersten drei Fragen liefen noch fast problemlos - bis bei 300 Euro plötzlich der Themenkomplex Fußball angeschnitten wurde.

Was sollte ein Fußballstürmer haben, um erfolgreich zu sein?

A Rasenlauscher

B Ballgucker

C Torriecher

D Lattenfühler

Schnell war klar: Die Steuerfachangestellte in der Ausbildung hatte keine Ahnung, konnte nicht einmal die Funktion eines Stürmers definieren. Moderator Günther Jauch gab kurzerhand einen Fußball-Basics-Crashkurs und so entschied sich die junge Frau wenige Minuten später und nach weiterer Hilfestellung für Antwort C. Jauch kommentierte mit viel Ironie: "Wenn man sich so gut im Fußball auskennt wie Sie, dann ist das gar kein Problem."

"Wer wird Millionär?": 10 Fakten aus 1.000 Folgen

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Anne Hahn nahm Jauchs Sticheleien zum Anlass, eine Anekdote zum besten zu geben. Sie sei einst bei einem Fußballspiel in der Allianz Arena in München gewesen. Da ihr aber keiner der Spieler optisch gefallen habe, habe sie sich fremdbeschäftigt und aus dem Blatt Papier, das sie beim choreographierten Stadion-Mosaik hochhalten sollte, nach allen Regeln der Origami-Kunst Figuren zu falten.

Als Einleitung zu einer späteren Frage aus der Tierwelt fragte Jauch seine Kandidatin: "Haben Sie einen Hund?" Hahn antwortete wie aus der Pistole geschossen: "Nein, ich mag keine Tiere." Jauch daraufhin etwas unglaubwürdig: "Insgesamt?" Hahn stellte klar: "Nein, nur nicht auf dem Teller." (Anmerkung der Redaktion: Die Frage hatte gar nichts mit Essen zu tun)

Ohne Hilfe ging es auch dieses Mal nicht. Hahn fragte Jauch ganz keck: "Was würden Sie denn sagen, wenn ich sage A?" Der Moderator, dessen Nerven bereits sichtlich strapaziert waren, antwortete: "Dann würde ich sagen, Sie haben einen Torriecher." Anne Hahn schafft es dank Jauch wieder eine Runde weiter.

"Mein Horoskop hat gesagt, ich hab hier gute Chancen"

Der Moderator machte keinen Hehl aus seiner Verzweiflung: "Ich fasse zusammen, Sie haben es wieder nicht gewusst. Gibt es irgendein Gebiet, wo Sie sich auskennen?" Anne Hahn musste zugeben, sie wisse von allem ein bisschen was, habe aber von nichts richtig Ahnung.

Nach der 8.000-Euro-Frage (es ging um das Trendprodukt Bubble Tea) wedelte Jauch dann zum ersten Mal mit der weißen Fahne: "Beim Sport kann man eine Auszeit nehmen, wenn einer nicht mehr kann. Diese Auszeit brauch ich jetzt bei Ihnen. Ich weiß nicht mehr, wie ich Ihnen begegnen soll. Sie sind mir ganz unheimlich."

Nach der Werbung verkündete Anne Hahn, worauf ihr grenzenloser Optimismus für die Show basiert: "Mein Horoskop hat gesagt, ich hab hier gute Chancen." Jauch hakte nach: "In welchem Weltblatt stand das?" Die knappe Antwort: "In der 'Bild'".

Inzwischen stand die Kandidatin an der Schwelle zur 16.000-Euro-Frage. Die lautete "Welche italienische Spezialität ist dem Namen nach die südlichste?"

A Spaghetti bolognese

B Pizza Napoli

C Parmaschinken

D Chianti-Wein

"Gibt es eine Stadt, die Bolognese heißt?"

Hahns erste Reaktion: "Gibt es eine Stadt, die Bolognese heißt?" Das Publikum half ihr schließlich weiter und stimmte mit 80 Prozent für "B". Günter Jauch wollte es aber genau wissen: "Wo liegt denn Napoli?" Die prompte Antwort: "In Italien." Der Moderator fassungslos: "Das gibt's doch nicht!", hakte dann aber wider besseres Wissen nach: "Napoli ist italienisch. Wie heißt die Stadt auf deutsch?" Hahn kombinierte nach einer Denkpause: "Süden vielleicht?" Mit den Worten "Stellen wir mal die Antwort zurück" gab Jauch schließlich auf.

Doch schon bei der nächsten Frage ging der Albtraum für ihn weiter:

Was ist der Anlass einer Ausstellung, die im September in Berlin feierlich eröffnet wurde?

A 50 Jahre Bundesrepublik

B 100 Jahre Reichstag

C 150 Jahre Sozialdemokratie

D 200 Jahre Grundgesetz

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Jauch wollte wissen: "Kennen Sie irgendeinen Sozialdemokraten?" Dieses Mal gab sich die junge Frau mit dem platinblonden Kurzhaarschnitt Mühe, sich nicht zu blamieren. Ihr ausweichender Kommentar: "Wir nehmen mal einen 50:50-Joker." Doch Jauch ließ nicht locker: "Gibt es lebende Sozialdemokraten?" Daraufhin wurde er mit einer Gegenfrage belohnt: "Was sind denn Sozialdemokraten?" Inzwischen war sich Anne Hahn aber offensichtlich selbst peinlich: "Werde ich jetzt gemobbt, wenn ich sowas nicht weiß?" Mit Hilfe des Jokers, etwas Raten und viel Glück meisterte sie trotz allem auch diese Hürde.

Lust schien sie aber nicht mehr so recht zu haben: "Ich glaube, wir sollten jetzt langsam Feierabend machen." Jauch kannte jedoch keine Gnade - eine Frage ging noch. Dank ihres Schwiegervaters in spe meisterte Hahn auch die 64.000-Euro-Frage - wie immer war sie dabei selbst weitgehend ahnungslos.

Jauch daraufhin: "Ich brauche wieder eine Auszeit, meine Damen und Herren. Ich hoffe, Sie haben Verständnis dafür." Und auch sein Gegenüber war nun endgültig geschafft: "Ich kann nicht mehr", ließ die Kandidatin verlauten. Der Gong erlöste die beiden schließlich.

Am Freitag wird Anne Hahn wieder auf dem Rate-Stuhl sitzen. Vielleicht schafft sie ja noch die Million.

pie

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