TV-Abschied

So wird Otti Fischers letzter "Pfarrer Braun"

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Nach elf Jahren hat Ottfried Fischer  am Donnerstag seinen letzten Auftritt als "Pfarrer Braun".

München - Nun verschwindet die die letzte TV-Serie mit Ottfried Fischer: Nach elf Jahren ist Schluss mit „Pfarrer Braun“. So wird die letzte Folge.

Ottfried Fischer gehörte jahrelang gewissermaßen zum Inventar des deutschen Fernsehens. Der 60-Jährige war „Der Bulle von Tölz“, kabarettistischer Gastgeber in seinem „Schlachthof“ und wandelte als „Pfarrer Braun“ auf den Spuren von Heinz Rühmann. Am Donnerstag (20.3., 20.15 Uhr) läuft in der ARD die letzte Episode der Klerus-Krimireihe „Pfarrer Braun“.

Fischer zieht sich langsam aber sicher aus dem Fernsehen zurück. Schuld ist „Kollege Parkinson“, wie er seine Krankheit nennt. Dieser unkollegiale Kollege sorgt dafür, dass Fischer nach dem „Bullen“ und dem „Schlachthof“ auch seine dritte Bastion verliert. „Das Fernsehen zieht sich von mir zurück“, meinte Fischer kürzlich. Die Dreharbeiten, so sagt er im Interview der Nachrichtenagentur dpa in München, seien sehr beschwerlich gewesen.

„Brauns Heimkehr“ heißt die letzte „Pfarrer Braun“-Folge. Und was die Titelfigur des schwergewichtigen Geistlichen mit kriminalistischem Hobby im letzten Fall erlebt, hat viel mit dem Hauptdarsteller zu tun. Denn auch Braun muss seinen Job weitgehend aufgeben, weil er unheilbar krank ist.

Ottfried Fischer: Seine Karriere in Bildern

Ottfried Fischer als Engel Aloisius. © dpa
Pater Brown eine Paraderolle für den schwergewichtigen Bayer. © dpa
Mit Roberto Blanco und Caro Campell bei Dreharbeiten zu “Vater gesucht“. © dpa
So fühlt Man(n) sich wohl. Gemeinsam mit Reinhard Fendrich in Thailand. © dpa
Bambi Verleihung . Ottfried Fischer erhielt viele Fernsehpreise. © dpa
Ottfried Fischer ist für fast jeden Spaß zu haben. Hier bei “Stars in der Manege„. © dpa
Dreharbeiten zu „Vater gesucht“. © dpa
Ungewohntes Outfit. Otti als Ballerina. © dpa
„Nicht anfassen, nur gucken!“ © dpa
„Zum Wohl!“ Etwas klein geraten die Mass. © dpa
Schon immer ein echtes, gestandenes Mannsbild. Otti 1999 im bayrischen Fernsehen. © dpa
“ Meine Brezen!“ Otti Fischer mit dem ehemaligen Landesvater Edmund Stoiber. © dpa
Otti & der Kini: Zu Besuch beim Musical „König Ludwig“. © dpa
Drei Schwergewichte des deutschen Fernsehen: Jürgen von der Lippe , Ottfried Fischer , Dirk Bach. © dpa
Ohne eigenen Bierkrug wäre Otti kein echter Bayer. © dpa
„Der Pfundskerl“ lief auf Sat1. © dpa
„Drei Herren“ lief im WDR © dpa
Pater Brown © dpa
Den Koch kauft man dem schwergewichtigen Otti sofort ab. Er ist ein Genußmensch © dpa
Paraderolle: „Der Bulle von Tölz“ © dpa
Otti beim Interview. © dpa
Jetzt gibts ihn sogar auf Briefmarken. © dpa
Dreharbeiten zu „Der Pfundskerl“. © dpa
Durch seine Krankheit wirkt der Mime oft noch schwerfälliger. Auch seine Mimik lässt nach. © dpa
Ein Snack während der Dreharbeiten zu „Pater Brown“. © dpa
Wahlkampf mit Walther Steinmeier . © dpa
Milchstaffellauf nach Berlin. Trotz bekannter Parkinsonerkrankung unterstützte der Schauspieler die Milchbauern. © dpa
Vergabe des "Sigi-Sommer-Taler" an Michael Lechenber ger in „Otti´s Schlachthof“. © dpa
Mit Klaus Wowereit in Berlin , er kämpfte für die bayrischen Milchbauern. © dpa
Er hat sich kaum verändert. © dpa
setzt sich für Wohltätige Zwecke ein. Hier beim „Red-Nose-Day“ einer Wohltätigkeitsorganisation von ro7. © dpa
Mit den „Wildecker Herzbuben“. Er könnte der Dritte im Bunde werden. © dpa
Hätte „Otti“ vorher gewusst was ihn in diesem Jahr erwartet... Dreharbeiten zu „Der Pfundskerl“. © dpa
Ottfried Fischer in seiner Paraderolle als Moderator. © dpa
Bei Dreharbeiten mit Carol Campbell © dpa
Gemeinsam mit Ruth Drechsel. Bis zu ihrem Tod spielte sie im „Bullen von Tölz“ seine Mutter. © dpa
Ottfried Fischer bei der Vergabe des Kabarettpreises.  © br
So ganz schlank war er nie. Die Pfunde gehören einfach zum Otti. © br
„Irgendwie und Sowieso“war bayrischer Kult. © br
Sir Quickly - diesen Spitznamen bekam Otti wegen des Mofas. © br
Ottis Schlachthof - Das Format des br kennt jeder. © br
Ochsenrennen - e in Höhepunkt in der Serie „Irgendwie und sowieso“ © br
Mit Katharina Jacob spielte er lange Jahre beim „Bullen von Tölz“. Die Fans haben eigentlich erwartet, dass aus beiden ein Paar wird. © dpa

Bischof Hemmelrath (Hans-Michael Rehberg), der mit der Kardinalswürde endlich am Ziel seiner Träume angelangt ist, schickt den umtriebigen, aber gesundheitlich angeschlagenen Pfarrer zurück in sein bayerisches Heimatdorf.

Dort soll er Ruhe und Erholung finden, dieser Plan scheitert aber schon auf dem Weg dorthin, weil Braun in einen seltsamen Unfall mit einem trächtigen Schaf verwickelt wird und kurz darauf im Kloster seines Heimatortes ein Mönch brutal überfallen wird. Jemand schneidet ihm den Daumen ab.

Braun, der Hobby-Detektiv, den seine Ermittlungen dank diverser Strafversetzungen quer durch die Republik führten, wittert seinen letzten großen Kriminalfall und scheut auch nicht davor zurück, das große Heiligtum des Katholizismus unter die Lupe zu nehmen: den Vatikan.

"Tabernakel-Columbo" im Vatikan

Es ist das erste Mal in 21 „Pfarrer Braun“-Fällen, dass das Schwergewicht Gottes, der „Tabernakel-Columbo“ (in Anlehnung an die berühmte US-Krimiserie mit Peter Falk als Inspektor Columbo), den Vatikan besucht. Und es ist das letzte Mal, dass Fischer in seiner Paraderolle zu sehen ist.

Ein Privatier werden - das kommt für Fischer trotzdem nicht infrage. Gerade erst feierte sein neues Solo-Programm Premiere, das er mit Blick auf seine Krankheit augenzwinkernd, selbstironisch und durchaus auch kämpferisch „Jetzt noch langsamer“ genannt hat. In Passau plant er ein Hochwassermuseum mit kabarettistischem Ansatz - und vielleicht, so hat er von Zeit zu Zeit angedeutet, hat auch das Fernsehen demnächst wieder Verwendung für ihn.

Bis dahin aber nimmt Fischer erstmal Abschied und sagt zu seinem letzten „Pfarrer Braun“: „Alles hat seine Zeit. Wir verabschieden uns auch mit einem lachenden Auge. Unterm Strich gilt, was ich schon im "Schlachthof" gesagt habe: Nicht Trauer, weil's vorbei, sondern Freude, weil's so schön war!“

Von Britta Schulejans

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