Start der zweiten Staffel "You Are Wanted" 

Serienstar Matthias Schweighöfer: "Ich habe vier Po-Doubles"

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Ein Mann sieht rot: In der ersten Folge der zweiten Staffel von „You Are Wanted“ bedroht Lukas Franke (Matthias Schweighöfer) den BND-Mann Wankura (Alexander Radszun). Sein Sohn muss währenddessen um sein Leben kämpfen.

Die zweite Staffel "You Are Wanted" startet am 18. Mai auf Amazon. Star der Thriller-Serie ist Matthias Schweighöfer. Im Interview verrät er, wie er mit Kritik umgeht, welche Frage ihm oft gestellt wird und ob Kino eine Zukunft hat.

Gerade noch war im Leben von Familienvater Lukas Franke wieder alles in Ordnung: Nach einem brutalen Hackerangriff, der ihn zum Terroristen machte, war seine Unschuld bewiesen und seine Familie nicht mehr in Gefahr. Doch in der zweiten Staffel von „You Are Wanted“ ist er erneut auf der Flucht, sein Leben wieder in Gefahr. Matthias Schweighöfer ist Co-Produzent, -Regisseur und Darsteller von Lukas Franke.

Herr Schweighöfer, welche Frage erwarten Sie zuerst? 

Matthias Schweighöfer: Wir sind gerade aus Los Angeles gelandet. Fragen Sie mich doch, wie es in Amerika war.

Wie war es in Amerika? 

Schweighöfer: Wunderschön, vielen Dank.

Machen Sie sich Gedanken darüber, welche Fragen Ihnen gestellt werden könnten? 

Schweighöfer: Nein, ich lasse mir die Fragen auch nie schicken, damit es nicht langweilig wird. Es ist immer interessant, wie sich Journalisten auf Interviews vorbereiten.

Das heißt, Sie haben keine Angst, etwas Falsches zu sagen? 

Schweighöfer: Nein. Ich habe schon viele Interviews gegeben und bin mutig in der Vorsicht, sozusagen. Ich versuche immer, ein professionelles, gutes Interview abzuliefern, wie dieses hier zum Beispiel.

Mit „You Are Wanted“ lernen wir, dass wir nur bedingt Kontrolle darüber haben, wie andere uns wahrnehmen. Macht Ihnen so etwas Angst? 

Schweighöfer: Nein, eigentlich nicht.

Sind Sie im Umgang mit dem Internet vorsichtiger geworden, seit Sie sich stärker mit dem Thema Cybercrime beschäftigt haben? 

Schweighöfer: Wir haben die Serie ja mit Hackern entwickelt und die sagen: Wenn du im Netz vorsichtiger sein willst, darfst du nicht online gehen. Ich finde, das ist immer eine gute Antwort darauf.

Für die Kenner: Nach Staffel 1 bleiben Fragen offen: Was genau ist das Programm „Burning Man“ und was passiert mit der Frau auf dem Nacktfoto, Julia – die ja auch bedroht wurde? Können sich die Fans auf Antworten freuen? 

Schweighöfer: Ja, auf jeden Fall.

Kritiker sagen, die Figuren in „You Are Wanted“ sind zu dünn gezeichnet. Ist das für Sie nachzuvollziehen? 

Schweighöfer: Ich denke, die ersten sechs Folgen sind super gut und auch interessant – mit den nächsten sechs Folgen der zweiten Staffel haben wir so was wie eine verlängerte erste Staffel. Man versteht die Charaktere noch anders. Ich habe schon darüber nachgedacht, ob man für Staffel eins noch mehr Folgen hätte machen müssen, aber die kriegen wir jetzt durch Staffel zwei. Ich mag die Charaktere und finde sie nicht zu dünn.

Wie gehen Sie allgemein mit Kritiken um? 

Schweighöfer: Ich lese manchmal nur die Überschriften und habe dann keine Lust mehr weiterzulesen. Eigentlich habe ich aufgehört, Kritiken zu lesen, weil manche Leute irgendwie immer alles scheiße finden, was ich mache. Die Frage ist, wie viele gute Kritiker gibt es noch in dem Land? Es gibt ja auch Leute, die auf irgendwelchen Foren schreiben und sich Kritiker nennen. Und dann springen andere auf den Zug auf. Es gibt auch Menschen, die jetzt schon Kritiken über die zweite Staffel schreiben, obwohl sie nur die erste Folge gesehen haben und noch nicht mal wissen, wie die ganze Staffel aussieht. Die Leute schreiben ja auch sehr viel Unsinn.

Gibt es denn eine Kritik, die Sie besonders getroffen hat in Ihrer Karriere? 

Schweighöfer: Nein, eigentlich nicht. Ich bin, was Kritiken angeht, einfach sehr abgehärtet und nehme das auch nicht so ernst. Ich brauche keine Kritik von irgendjemandem. Ich wende mich lieber an die Leute, die das wirklich gucken. Mich interessiert, was die dazu meinen, weil die sich wirklich damit auseinandersetzen.

Wie war es für Sie, wieder in die Figur des Lukas Franke einzusteigen? 

Schweighöfer: Das war absurd, weil ich so eine Rolle noch nie noch mal gespielt habe. Ich hatte wieder ähnliche Klamotten an, auch Alexandra Maria Lara war wieder da, wir spielen ja Ehemann und Ehefrau. Irgendwie war das total schön, es hat Spaß gemacht.

War das einfacher oder schwieriger als einen neuen Charakter zu spielen? 

Schweighöfer: Das war einfacher und es war lustig. Wir standen wieder alle zusammen vor und hinter der Kamera, das Team ist gleich eingespielt. Das war wie ein Familientreffen.

Jetzt kommt eine Frage, die Ihnen wahrscheinlich schon öfter gestellt wurde... 

Schweighöfer: Warum ich so kurze Beine habe? Ich kann Sie Ihnen beantworten: Das liegt an den Genen.

Eigentlich eine andere: Sie sind bekannt für ihre Rollen als sympathischer Typ von nebenan. Lukas ist anders. Sind Sie die Sympathieträger leid? 

Schweighöfer: Nein, ich bin Schauspieler, ich mag solche Rollen. Ich habe auch viele andere Sachen in meinem Leben gespielt und mich mit meiner Firma letztlich erstmal auf solche Filme konzentriert, um die Firma stark zu machen. Ich bin so eine Figur nie leid. Es ist nur schade, dass man so drauf festgenagelt wird.

In Filmen sind Sie oft nackt zu sehen, zumindest ihr Po. Sind Sie das oder ein Double? 

Schweighöfer: Das ist ein Double. Ich habe vier verschiedene Po-Double, es kommt drauf an, auf was ich so Lust habe (lacht). Bitte schreiben Sie die Antwort so, ich will nur mal wissen, ob das von anderen Medien aufgegriffen wird.

Film oder Serie: Welche Unterschiede macht das beim Drehen, vor allem, wenn man international denkt? „You are Wanted“ ist im Jahr 2017 in 200 Ländern und in fünf Sprachfassungen gestartet. 

Schweighöfer: Das macht vor allem einen Unterschied dabei, wie man eine Serie aussehen lässt, damit sie standhalten kann gegen alle anderen Serien, die auch auf dem Portal sind. Es muss die Leute ansprechen, die Geschichte muss gut aussehen, damit sie drauf klicken.

Macht das auch Unterschiede bei dem, was auf dem Bildschirm gezeigt wird?

Schweighöfer: Wir haben bei „Wanted“ Wert darauf gelegt, dass man das Geschehen nicht verorten kann. Es war uns wichtig, dass keine komplette Verortung stattfindet. Man kann nicht sagen: Ah geil, da war ich mal, als ich in Deutschland war. Es ging uns gerade darum, das ein bisschen universeller zu gestalten.

Wird es eine weitere Staffel „You Are Wanted“ geben? 

Schweighöfer: Wir warten jetzt erstmal, wie Staffel zwei funktioniert und dann gucken wir weiter.

Gab es einen schönsten Drehtag? 

Schweighöfer: Ja, das war der Letzte. Weil es da vorbei war (lacht) und ich wusste, wir haben es ohne große Komplikationen geschafft.

Aber ist man da nicht auch ein bisschen traurig? 

Schweighöfer: Naja, nach sechs Monaten am Stück arbeiten ist man doch froh, auch zu sagen: Ey, wir haben es gepackt und können jetzt mal Wochenende machen.

Was möchten Sie Menschen sagen, die „You Are Wanted“ noch nicht gesehen haben?

Schweighöfer: Schaut euch die Serie auf jeden Fall an, weil es ein schönes Produkt ist aus Deutschland für die Welt. Actionreich, mit Spannung, es gibt gute Musik, gute Schauspieler. Man kann sich auf jeden Fall ein paar schöne Stunden vor der Röhre machen.

Was erwartet die Fans in der zweiten Staffel? 

Schweighöfer: Coole Charaktere und mehr Spannung, es wird düsterer.

Sind Sie denn bei Premieren - wie am Mittwoch in Berlin - noch nervös? 

Schweighöfer: Ich bin immer ein bisschen nervös, aber ich bin in Deutschland schon ein bisschen geübter, was Premieren angeht. Wir waren jetzt in Los Angeles, das war wirklich spannend, zu erleben, wie die Amerikaner das so finden. Aber hier in Deutschland da kennen wir die Leute, das ist natürlich gerade in Berlin eher Heimspiel.

Wie groß war der Erfolg von „You Are Wanted“ im Ausland? Und was hat das für Sie bedeutet?

Schweighöfer: Wir sind auf Amazon in 70 Ländern in den Top 3 gewesen, das ist super. Wenn es nicht erfolgreich gewesen wäre, hätten wir auch keine zweite Staffel gemacht. Wir waren jetzt in L.A., da war eine Frau aus Brasilien da, die Interviews gemacht hat und das war wirklich cool, wenn du weißt, die Serie war in Brasilien auf Platz 1.

Hat das Kino eine Zukunft bei Konkurrenten wie Amazon Prime und Netflix? 

Schweighöfer: Auf jeden Fall. Der Unterschied zum Streaming ist, dass man Kino mit anderen Leuten in einem großen Saal erlebt. Wenn viele Leute gemeinsam lachen, ist das etwas anderes als Zuhause. Oder wenn man miterlebt, wie andere aufgeregt sind, wenn einem geile Effekte um die Ohren fliegen. Beim Streaming gibt es nicht dieses gemeinschaftliche Erlebnis.

Darum geht es in "You Are Wanted" 

Aus Hotelmanager Lukas Franke (Matthias Schweighöfer) wird innerhalb weniger Tage ein Terrorist. Nicht etwa, weil er wirklich Mitglied einer terroristischen Vereinigung ist, sondern weil ein Hacker seine Identität verändert. Das BKA ermittelt gegen ihn, seine Frau (Alexandra Maria Lara) zweifelt an ihm. Der Albtraum scheint mit der ersten Staffel ein Ende zu nehmen: Denn Lukas hält das ominöse Daten sammelnde Programm „Burning Man“ in den Händen, seine Lebensversicherung. Doch dann ist der Familienvater – zu Anfang der zweiten Staffel – verschwunden. Er wird entführt, kann fliehen, wacht in einer Psychiatrie auf. Und es kommt schlimmer: Er weiß nicht, was passiert ist. Auch „Burning Man“ ist weg. Geheimdienste, internationale Kriminelle, Hacker und Aktivisten: Sie alle wollen die Cyber-Waffe in ihren Händen wissen und jagen Lukas.

Zur Person 

Matthias Schweighöfer ist Schauspieler, Regisseur, Produzent, Sänger und Synchronsprecher. Der 37-Jährige wurde am 11. März 1981 in Anklam geboren. Durchbruch: 2000 mit „Soloalbum“. Für die Komödie „What a Man“ steht er 2010 das erste Mal auch hinter der Kamera. Er ist mit Ani Schromm liiert, sie haben zwei Kinder. 

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