Unterhaltsame Komödie

ZDF-Film "Nur nicht aufregen":Lansink spielt Nörgler

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Schwieriger Start: Anwältin Aylin Beyerling (Senna Gammour) hält anfangs nicht viel von dem Versicherungsangestellten Paul Schneider (Leonard Lansink). Auch er ist von ihrer Kompetenz nicht überzeugt und packt reichlich Klischees aus.

Aufgeregt wird sich im ZDF-Film „Nur nicht aufregen" eine ganze Menge. Vor allem Paul Schneider (Leonard Lansink) hat viel zu klagen: über Bürokratie und die Kompliziertheit seiner Mitmenschen.

Regisseur Thomas Jahn verpackt das in eine unterhaltsame Komödie, in der Schneider durch Berlin trottet und von einem Konflikt in den nächsten gerät. Doch mit der Zeit findet er Mitstreiter, die denken wie er. Das ZDF zeigt den Film am Donnerstag ab 20.15 Uhr.

Worum geht es in „Nur nicht aufregen“?

Paul Schneider zieht Konflikte förmlich an. Seit Tagen ist der Fahrkartenautomat kaputt, was den Angestellten einer Versicherung zum Schwarzfahren verlockt. Natürlich wird er erwischt und seine Ausreden kommen bei der Kontrolleurin gar nicht gut an. Unfreiwillig schaukelt sich der Streit hoch, Pauls cholerische Ader kommt zum Vorschein und er wird aus der S-Bahn geworfen.

Doch dabei soll es nicht bleiben: Bei der Arbeit gerät er mit dem vorlauten Kevin Kröhler (Tim Kalkhof) aneinander. Es kommt zu einem Wortduell, das gespickt ist mit diversen Beschimpfungen und an dessen Ende die beiden handgreiflich werden. Paul droht deshalb die Kündigung.

Doch das will er nicht auf sich sitzen lassen. Er sucht Hilfe bei der jungen Anwältin Aylin Beyerling (Senna Gammour). Zunächst ist er zwar nicht von ihrer Kompetenz überzeugt, erkennt aber mit der Zeit, dass sie eigentlich für dasselbe kämpft wie er.

Kennt man Leonard Lansink nicht eigentlich in einer anderen Rolle?

Genau. Schon seit 1998 verkörpert der 60-Jährige den wortkargen Privatdetektiv Georg Wilsberg in der gleichnamigen Serie. Die Rolle als nörgelnder Verlierer passt aber mindestens genauso gut zu Lansink. „Nur nicht aufregen“ lebt vor allem vom großartig spielenden Hauptdarsteller.

Und woher ist Senna Gammour, die die Anwältin Aylin Beyerling spielt, bekannt?

Die 36-Jährige war Sängerin der Band Monrose, die aus der Castingshow „Popstars“ hervorging. In der ZDF-Komödie hat sie ihren ersten Einsatz als Filmschauspielerin. Sie gibt der jungen Anwältin mit der hippen Kanzlei einen ganz besonderen Charme. Man merkt aber doch recht deutlich, dass sie erst wenig Schauspielerfahrung hat.

In welchen Momenten macht der Film Spaß?

Vor allem die Details, die Stefan Rogall in sein Drehbuch eingebaut hat, lassen einen schmunzeln. Da sind die Kinder, die alles dafür tun, ihrer ohnehin schon gebeutelten Mutter besonders auf die Nerven zu gehen. Oder die verzweifelten Versuche von Pauls Kollegen Klostermann (Martin Brambach), sich dadurch hochzuarbeiten, dass er andere schlecht dastehen lässt.

Was fehlt „Nur nicht aufregen“ zu einer wirklich gelungenen Komödie?

Wer viele Gags erwartet, wird enttäuscht. Viel zu selten kommen wirkliche Pointen, aus der Komödie wird eher ein Drama. Zudem ist „Nur nicht aufregen“ oft zu überspitzt und unrealistisch geraten. In diesen Momenten möchte man am liebsten einschreiten und verhindern, dass Schneider in den nächsten Konflikt schlittert. Aber das lässt sich nicht vermeiden. Schließlich ist er - wie ihn seine Ex-Frau passend beschreibt - „jemand, der die Welt hasst, weil sie so ist, wie sie ist“.

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