Kritik zum neuen "Star Trek"-Film

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Im Mittelpunkt der Handung steht die Entwicklung eines jungen Mannes namens James Tiberius zu Captain Kirk (Chris Pine).

Der neue "Star trek"-Film ist ein dynamischer Actionstreifen, der das Vorbild entrostet und sich zugleich liebevoll davor verbeugt. Und er  gibt den Fans, was sie verdienen: die Erklärung, wie alles seinen Anfang nahm.

Die Stunde der „Prequels“, der nachträglich inszenierten Vorgeschichten ist gerade angebrochen im Kino. Nach „X-Men Origins: Wolverine“ nun also „Star Trek“. Das ist ein noch viel schwierigeres Unterfangen, denn die Gesichter der Besatzung des „Raumschiff Enterprise“, von William Shatner als Commander James Tiberius Kirk, von Leonard Nimoy als Spock, von Scotty, Pille, Sulu und Uhura, haben sich eingefressen ins kollektive Unbewusste. Und wer will anderes überhaupt sehen? Die eingeschworenen Fans sind nostalgisch, die Jüngeren längst ganz anderen Reizen verfallen. Trotzdem: Es gelingt! Regisseur J. J. Abrams gelingt eine virtuose Renaissance des „Enterprise“-Mythos, die, das kann man schon jetzt sagen, Folgen in Form weiterer Filme haben wird.

Die Bilder aus dem neuen Star-Trek-Film

Alte Bekannte mit neuen Gesichtern: Chris Pine (links) als Captain James T. Kirk mit Zachary Quinto als Spock. "Star Trek" ist der elfte Kinofilm der Saga.
Alte Bekannte mit neuen Gesichtern: Chris Pine (links) als Captain James T. Kirk mit Zachary Quinto als Spock. "Star Trek" ist der elfte Kinofilm der Saga. © ap/Paramount
Die Crew der Enterprise. Die Figuren gehen auf die Ideen des 1991 gestorbenen, amerikanischen Drehbuchautors Gene Roddenberry zurück.
Die Crew der Enterprise. Die Figuren gehen auf die Ideen des 1991 gestorbenen, amerikanischen Drehbuchautors Gene Roddenberry zurück. © ap/Paramount
Technischer Fortschritt: Auch wenn der neue Kinofilm eigentlich vor der ersten TV-Serie aus den 1960er Jahren spielt, ist die Brücke deutlich moderner geworden.
Technischer Fortschritt: Auch wenn der neue Kinofilm eigentlich vor der ersten TV-Serie aus den 1960er Jahren spielt, ist die Brücke deutlich moderner geworden.   © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Im Mittelpunkt der Handung steht die Entwicklung eines jungen Mannes namens James Tiberius zu Captain Kirk (Chris Pine).
Im Mittelpunkt der Handung steht die Entwicklung eines jungen Mannes namens James Tiberius zu Captain Kirk (Chris Pine). © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Der neue “Star Trek“-Film soll nicht nur echten “Trekkies“, wie die Fans genannt werden, gefallen.
Der neue “Star Trek“-Film soll nicht nur echten “Trekkies“, wie die Fans genannt werden, gefallen. © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Der Bösewicht: Der Romulaner Nero (Eric Bana) ist mit einer Gruppe seines Volkes aus der Zukunft zurückgereist, um Vergeltung für die Zerstörung seines Heimatplaneten zu üben.
Der Bösewicht: Der Romulaner Nero (Eric Bana) ist mit einer Gruppe seines Volkes aus der Zukunft zurückgereist, um Vergeltung für die Zerstörung seines Heimatplaneten zu üben. © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Wiedersehen mit Leonard Nimoy: Der Romulaner Nero (Eric Bana) hat es auf den ebenfalls aus der Zukunft zurückgekehrten, altersweisen Spock alias Leonard Nimoy abgesehen. Nimoy spielte in der TV-Kultserie aus den 1960er den Vulkanier.
Wiedersehen mit Leonard Nimoy: Der Romulaner Nero (Eric Bana) hat es auf den ebenfalls aus der Zukunft zurückgekehrten, altersweisen Spock alias Leonard Nimoy abgesehen. Nimoy spielte in der TV-Kultserie aus den 1960er den Vulkanier. © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Faszinierend: Der spitzohrige Wissenschaftsoffizier Spock (Zachary Quinto) bekommt im neuen Film sogar eine Freundin.
Faszinierend: Der spitzohrige Wissenschaftsoffizier Spock (Zachary Quinto) bekommt im neuen Film sogar eine Freundin. © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Futuristisch: Die Macher des neuen "Star Trek"-Films haben sich einiges einfallen lassen.
Futuristisch: Die Macher des neuen "Star Trek"-Films haben sich einiges einfallen lassen. © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Action-erprobt: Regisseur Jeffrey Jacob Abrams schrieb schon das Drehbuch zu "Mission: Impossible III" und der der TV-Serie "Lost".
Action-erprobt: Regisseur Jeffrey Jacob Abrams schrieb schon das Drehbuch zu "Mission: Impossible III" und der der TV-Serie "Lost".  © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Sexy: Zoe Saldana spielt Lieutenant Uhura - die einzige Frau auf dem Raumschiff.
Sexy: Zoe Saldana spielt Lieutenant Uhura - die einzige Frau auf dem Raumschiff. © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Ungewohntes Bild: Bevor James Tiberius als Captain Kirk durch das Weltall flog, bevorzugte er Motorräder.
Ungewohntes Bild: Bevor James Tiberius als Captain Kirk durch das Weltall flog, bevorzugte er Motorräder.  © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Erinnert stark an "Star Wars": Eine Kampf-Szene aus dem neuen "Star Trek"-Film.
Erinnert stark an "Star Wars": Eine Kampf-Szene aus dem neuen "Star Trek"-Film. © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Scheinen sich gut zu verstehen: Spock und Lieutenant Uhura (Zoe Saldana).
Scheinen sich gut zu verstehen: Spock und Lieutenant Uhura (Zoe Saldana). © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures
Bestehen wieder gemeinsam Abenteuer: Captain Kirk (Chris Pine) und Spock (Zachary Quinto).
Bestehen wieder gemeinsam Abenteuer: Captain Kirk (Chris Pine) und Spock (Zachary Quinto). © Industrial Light and Magic / Paramount Pictures

Erzählt wird von Kindheit und Jugend der Helden. Das Trauma eines toten Vaters steht am Anfang von Kirks Leben. Aus Kirk wird ein wilder All-american-boy, bis die Welt fast untergeht, und er sich in eine Schwarze verliebt – Lieutenant Uhura. Fans wissen, dass es bereits im Fernsehen einmal zu einem Kuss kam, und dies war der erste „interrassische“ Kuss im US-Fernsehen: „Enterprise“ entstanden im liberalen Zwischenhoch der Sechzigerjahre, war schon immer ein progressives Stück Popkultur. Überhaupt ist es die Figur der Uhura – das Wort bedeutet „Freiheit“ auf Suaheli –, die nun am meisten aufgewertet wird. Sie (Zoe Saldana) wird zum Liebesobjekt von Kirk (Chris Pine) und Spock (Zachary Quinto und Leonard Nimoy) zugleich.

Daneben ist Spock die Hauptfigur: der Erz-Rationalist als emotionales Zentrum des Films. Die Bösen sind die Romulaner, Zeitreisen spielen eine überaus wichtige Rolle – insoweit ist alles wie immer. Dazu gehört auch, dass „Star Trek“ genau in dem historischen Augenblick kommt, in dem das liberale Amerika unter Präsident Obama so etwas wie seine Wiederauferstehung erlebt. Dabei sind die Konflikte eher eindimensional. Aber die Mission des Raumschiffs ist die einer „friedenserhaltenden und humanitären Armada“.

Nicht weniger wichtig sind Form und Stil. „Star Trek“ ist frisch und intelligent. Zugleich ist dies ein dynamischer Actionfilm, der das Vorbild entrostet und sich zugleich liebevoll davor verbeugt. Was leider fehlt, sind die Pop-Farben der Sixties. „Star Trek“ versucht nicht, den Look der Serie zu imitieren, und verfällt der Einheits-Science-Fiction-Ästhetik neuerer Filme. Ansonsten ist das Werk furios und gibt den Fans, was sie verdienen: die Erklärung, wie alles seinen Anfang nahm, was sie lernten, am Bildschirm zu lieben. (In München: Mathäser, Cinemaxx, Münchner Freiheit, Museumslichtspiele OV.)

Rüdiger Suchsland

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