„Wir fühlen uns wie Rennpferde im Stall“

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Oscar Loya (l.) und Alex Christensen in Moskau.

 Eurovision Song Contest: Für Deutschland treten „Alex swings Oscar sings“ an – mit Burlesque-Tänzerin Dita von Teese

Der Hamburger Musikproduzent Alex Christensen und der in München lebende Musicalsänger Oscar Loya treten am Samstag beim Eurovision Song Contest (ESC) in Moskau für Deutschland an. Als Duo „Alex swings Oscar sings“ wollen sie mit „Miss Kiss Kiss Bang“ möglichst oft die zwölf Punkte holen wie der 42-jährige Band-Gründer Christensen erzählt.

-Wie ist eure Stimmung so kurz vor dem Auftritt beim weltweit größten Musikwettbewerb?
Aufgeregt, nervös, wie Rennpferde im Stall, die mit den Hufen scharren! Je näher das rückt, umso mehr spürt man den Druck, dort besonders gut sein zu wollen.

-Wie haben Sie die Zeit erlebt, seit der bei der ARD-Show federführende NDR Sie als Kandidaten präsentiert hat?
Wir sind auf sehr großes Interesse im Ausland gestoßen – bis hin zu einer Anfrage aus der Show von US-Talk-Queen Oprah Winfrey. Ein Auftritt bei ihr ist eine Riesennummer, das Größte für mich ist dennoch der Grand Prix.

-In Deutschland scheint das Interesse noch nicht so groß zu sein. Hätten Sie sich einen Vorentscheid, der zumindest für einige Zeit mehr Aufmerksamkeit beschert hätte, gewünscht?
Das Interesse ist hierzulande zwar noch verhalten, aber immerhin viel größer als noch vor einigen Wochen. Und die Hoffnungen, dass wir in Moskau etwas reißen können, steigen auch, seit wir bei einigen Votings ziemlich weit vorn gelandet sind. Ich hätte mir aber schon einen Vorentscheid gewünscht. Allerdings keinen, bei dem die Plattenfirmen bestimmen, mal die Schnarchnase aus Flensburg hinzuschicken, sondern einen mit anderen international erfolgreichen Künstlern.

-Zumindest aber die Wahl eurer „Miss Kiss“, als die nun die US-Burlesque-Tänzerin Dita von Teese dabeisein wird, hat für Aufsehen gesorgt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Sie war für mich eigentlich die Inspiration dazu, so einen Song zu schreiben. Ich wollte immer eine Verbindung aus Big-Band-Sound und Dance-Grooves machen, und Dita von Teese ist ja eigentlich das absolute „Rohmodell“ dafür: Sie macht Burlesque-Dance, ist aber eine Frau von heute – das ist eine Idealbesetzung.

-Mit welchem Platz wollen Sie heimkommen?
Unser Wunsch ist natürlich, den Grand Prix zu gewinnen. Aber da die deutschen Vertreter in den letzten Jahren nicht so richtige Nachbarschafts-Unterstützung hatten, muss man mal abwarten, wie unsere Nachbarn diesmal reagieren. Über jeden Platz im einstelligen Bereich würden wir uns sehr freuen, ab Platz zehn wäre ich doch leicht geknickt.

-Sollten Sie nicht so gut abschneiden, ist das Projekt „Alex swings Oscar sings“ beendet?
Generell finde ich, dass man sich bei Popmusik immer davon abhängig machen muss, ob das Publikum einen will oder nicht. Wenn das in Moskau nicht so doll läuft, schaue ich mal, wie die Plattenverkäufe sind. Es folgen ja noch viele Veröffentlichungen in anderen Ländern. Ich sehe mal ganz positiv nach vorn.

-Sie sagten jüngst, dass viele Ihrer Kollegen kein Verständnis für Ihre Grand-Prix-Teilnahme haben.
Ganz viele Kollegen halten mich für verrückt. Mich stört das nicht. Ich weiß, auf welche Menschen ich höre – am meisten auf mich selbst. Mir bringt der Grand Prix Spaß, ich wollte immer daran teilnehmen – ich ziehe das durch. Und wenn das doch nix wird, dann stehe ich auf, schüttele den Staub ab und mache weiter.

Interview: Dorit Koch

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