„Das Recht, sich zu sorgen“ – ARD, Sonntag, 20.15 Uhr

Zweite Folge des Franken-Tatorts: Wenn der Schädel nicht passt

Lernen viel über Anatomie: Die Kriminalkommissare Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid, von links), Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) mit Institutsleiterin Magdalena Mittlich (Sibylle Canonica). Foto: br/nh

Vor über einem Jahr ist ein neues Ermittler-Team in Nürnberg zum Dienst angetreten – und hat zum Start mit über zwölf Millionen Zuschauern riesigen Anklang gefunden.

Nun sind Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) erneut im Einsatz. Am Sonntag läuft die Folge „Das Recht, sich zu sorgen“.

Die Fälle

Eine tote Wirtin liegt in ihrer Gaststube – erwürgt. Die Wirtschaft lief schon länger nicht mehr gut, die Ehe kriselte, die erwachsene Tochter ist distanziert. In diesem äußerlich prächtigen, innen heruntergekommenen Haus lauert überall das Elend, das wird schnell klar. Voss und Ringelhahn stecken dort tief in den Recherchen, als sie von ihrem Chef Mirko Kaiser (Stefan Merki) um einen zusätzlichen Einsatz gebeten werden. Im Anatomischen Institut der Würzburger Uni hat ein Doktorand entdeckt, dass ein Leichenpräparat fehlerhaft ist. Der Schädel passt nicht zum Skelett. Die Institutsleiterin (Sibylle Canonica) ist in Alarmbereitschaft, denn eigentlich wird unter ihren Fittichen alles x-fach gesichert. Sie bittet den Polizeipräsidenten um Unterstützung. Aber im Geheimen, bloß kein Aufsehen.

Und dann ist da noch die alte Frau, die vor der Polizei ihr Zelt aufschlägt, um dagegen zu protestieren, dass die Beamten nicht nach ihrem verschwundenen Sohn suchen.

Das Team

Manzel und Hinrichs hatten sich schon 2015 großartig eingeführt - als Kommissare, die ohne Psychomacken auskommen. Freundlich, effizient und mit viel Menschlichkeit versehen sie ihren Dienst. Das ist sehr angenehm in der bundesweiten TV-Ermittlerlandschaft. Geschaffen wurde die neue Folge von Andreas Senn (Regie) und Beate Langmaack (Buch). Es ist der fünfte „Tatort“ des Schweizers (51), der sich mit TV-Produktionen wie „Sternenfänger“ einen Namen machte. Die 58-jährige Hamburgerin Langmaack ist mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kasseler Bürgerpreis Glas der Vernunft für die Down-Syndrom-Komödie „Mein Bruder, der Idiot“. Sie hat eng mit einer Anatomie-Professorin zusammengearbeitet, um die Bedeutung der Arbeit eines Anatomischen Instituts herauszustellen - das gegenüber einer Rechtsmedizin im „Tatort“ quasi nie vorkommt. So geht es ihr in der aktuellen Folge ganz wesentlich um den „Tod im Alltag“.

Die Machart

Viel Spannung – wenig Ac-tion, viele Seelenporträts – weniger Krimihandlung. Es ist ein düsterer, nachdenklicher „Franken-Tatort“ geworden, in dem das perfekte Verbrechen wahr wird – fast. Wie eigentlich immer beim Bayerischen Rundfunk strebt man nach einem eigenen Stil und hoher Qualität.

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