Fragen und Antworten zur ARD-Produktion

Der zweite NSU-Film: Das ist bei "Die Opfer" zu sehen

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Ein untreuer Ehemann und Drogendealer? Ehefrau Adile Simsek (Uygar Tamer) zerbricht an den kruden Ermittlungen zum Tod ihres Mannes Enver Simsek (Orhan Kiliç), der im September 2000 vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) erschossen wurde.

Andere Perspektive, anderer Regisseur - aber chronologisch knüpft Teil zwei der Reihe „Mitten in Deutschland: NSU" nahtlos an Teil eins an. Fragen und Antworten zu der ARD-Produktion.

Standen zunächst die Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Fokus, dreht sich nun in „Die Opfer - Vergesst mich nicht“ der Blickwinkel auf die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU).

Welche Perspektive nimmt der Film ein?

Regisseur Züli Aladag erzählt die Morde aus Sicht von Semiya Simsek (Almila Bagriacik), der Tochter von Enver Simsek. Der türkischstämmige Blumenhändler war im September 2000 das erste Opfer des NSU. Als zweite Perspektive kommt der Polizist Hegemann (André M. Hennicke) hinzu. Als der in Rente geht, rollt Bronner (Tom Schilling) den Fall wieder auf. Die Täter Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe tauchen nicht mehr auf.

Kann der Film den Schrecken der Attentate zeigen?

Ja, denn der Film reduziert den NSU-Terror nicht auf die Morde, sondern legt den Finger in eine zweite Wunde: die Pannen und Versäumnisse der Ermittler.

Gerade weil die Familie Simsek im Zentrum steht, taucht der Zuschauer tief in die Welt der Angehörigen ein. Sieht, wie Mutter Adile (Uygar Tamer) an den Befragungen der Ermittler zerbricht. Und wie Semiya immer wütender wird, weil die Beamten den Vater als Verbrecher und untreuen Ehemann abstempeln.

Was ist mit den anderen Opfern des NSU?

Die weiteren Opfer werden, bis auf die Polizistin Michéle Kiesewetter, in Beziehung zu Semiyas Leben gesetzt. Jeder Mord holt die Erinnerung an den verstorbenen Vater zurück. Während Semiya früh einen rechtsradikalen Hintergrund vermutet, ermittelt die Polizei erst ab 2006, als Semiya in Kassel am Schweigemarsch für den ermordeten Halit Yozgat teilnimmt, in diese Richtung. Damit verliert Semiya Stück für Stück das Vertrauen in die Behörden.

Wie viel von der Geschichte ist wahr?

Der Film ist wie Teil eins keine Dokumentation, basiert aber auf aktuellen Erkenntnissen. Quelle ist außerdem die Biografie „Schmerzliche Heimat“ von Semiya Simsek. Stefan Aust, Autor des Buchs „Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU“, hat das Filmteam ebenfalls beraten.

Teil drei „Die Ermittler - nur für den Dienstgebrauch“ in der ARD am Mittwoch, 6. April, 20.15 Uhr.

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