TV-Kritik zum Brandenburger „Polizeiruf“: Ganz schön abgestanden

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Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) und Olga Lenski (Maria Simon)

Auch in der zweiten gemeinsamen Folge blieben die deutsch-polnischen "Polizeiruf"-Ermittler aus Brandenburg unter ihren Möglichkeiten, findet Matthias Lohr, der es gerade so geschafft hat, nicht einzuschlafen.

Schöner als dieser Brandenburger „Polizeiruf 110“ kann ein TV-Film kaum sein. Das märkische Oderland sah aus wie die Auenlandschaft in „Herr der Ringe“. Man erwartete, jeden Moment würde ein Hobbit aus dem Nebel hervorsteigen. Die tollen Bilder von Kameramann Stefan Unterberger könnte man sich nächtelang anschauen – auf dem Sendeplatz, auf dem einst „Deutschlands schönste Bahnstrecken“ liefen. Leider war „Der Preis der Freiheit“ von Regisseur Stephan Rick immer noch ein Krimi und gefühlt so lang wie eine Bahnfahrt vom Bodensee nach Frankfurt (Oder). 

Für alle, die dabei eingeschlafen sind: Die deutsch-polnischen Kollegen Olga Lenski (Maria Simon) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) mussten den Tod einer Polizistin aufklären, die Autoschiebern auf der Spur war. Ihr Kollege benahm sich sofort merkwürdig, als hätte er Dreck am Stecken, die Autoschieber sahen aus wie Schurken in einem B-Movie, und der Zuschauer lernte jede Menge Antons und Zlatkos kennen, was den erkenntnisarmen Plot noch arg verkomplizierte. Schon bei der Nacherzählung der Handlung schläft man ein.

Man erschrickt zugleich, dass für das Fernsehen Autoren wie Michael Vershinin arbeiten, die abgestandene Witze über stinkenden Harzer Käse ins Drehbuch schreiben. Dieser RBB-„Polizeiruf“ sah schön aus – und war ein schönes Beispiel dafür, dass tolle Schauspieler wie Simon nicht reichen, wenn man nichts zu erzählen hat.

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