TV-Kritik: Dieser Tatort wollte einfach zuviel

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Harald Krassnitzer als Chefinspektor Moritz Eisner (links), Dessi Urumova als bulgarische Ermittlerin Donka Galabova (Mitte) und Adele Neuhauser als Eisners Assistentin Bibi Fellner (rechts) im Tatort "Ausgelöscht" von Harald Sicheritz.

Im Kleinen zeigte sich das große Thema des österreichischen „Tatorts“. Das Kleine: Eine Polizistin, die, weil sie sich vor Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) räkelt, die Sicht auf ein wichtiges Beweismittel versperrt. Das Große: Wer Privates und Berufliches vermischt, muss sich nicht wundern, wenn er am Ende in die Röhre schaut.

So ging es allen Darstellern in „Ausgelöscht“ von Uli Breè, Buch, und Harald Sicheritz, Regie. Angefangen bei Bibi Fellner (Adele Neuhauser), die im Job bis zum Hals in Ärger steckt, weil sie privat nicht vom Kleinkriminellen „Inkasso Heinzi“ lassen kann, bis hin zu Eisner, den sein viel gelobter Instinkt verlässt, weil er sich von den Reizen einer vermeintlich bulgarischen Ermittlerin blenden lässt.

Das Thema ist nicht neu, birgt aber seine Reize: Die Wendung am Ende etwa war wirklich erfrischend. Und dennoch: Der eigentliche Kriminalfall – an sich schon komplex genug – dümpelte, durch das Subthema überlagert, zu lang im Schneckentempo vor sich hin. Berücksichtigt man dann noch die ständig aufkeimenden Aspekte der Geschlechterdebatte, wird eindeutig klar: Dieser „Tatort“ wollte zu viel.

Von Alexandra Müller

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