TV-Kritik

Doku-Soap „7 Tage Sex“: Weder Skandal noch Revolution

Das Abendland ist am Mittwoch nicht untergegangen. Und dass das Fernsehen „immer irrer“ wird, wie die „Bild“-Zeitung vorab schrieb, mag ja stimmen, doch ausgerechnet die so kategorisierte Doku-Soap „7 Tage Sex“ auf RTL taugt dafür nicht als Beleg.

Denn letztlich ging dort alles relativ zahm zu. In einer durchschnittlichen „Big Brother“-Staffel gibt es sicherlich mehr nackte Brüste zu sehen, bei Fremdschäm-Formaten wie „Bauer sucht Frau“ sind die Bettszenen peinlicher.

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Was bleibt, ist also weder ein Skandal noch ein „revolutionäres Experiment“, wie der Sender die Soap tituliert. Zwei Paare sollten in der ersten Folge sieben Tage in Folge verpflichtenden Sex miteinander haben - und so ihre eingeschlafene Beziehung wieder in Schwung bringen. Neu ist der Gedanke nicht, US-Autorin Charla Muller hat das ein Jahr lang versucht und darüber 2009 einen Bestseller geschrieben. Die RTL-Soap ist folglich recht vorhersehbar. Natürlich bringt es ein Paar näher zusammen, wenn es sich mal jenseits von Kinderalltag und Berufsverpflichtungen erleben kann. Das war bei Nadin (29) und Marcel (35) nicht anders als bei Petra (45) und Frank (31).

Trägheit in Liebesdingen

Interessant wurde das Experiment immer dann, wenn die echte Komplexität des Lebens zu spüren war, nicht die fernsehmäßig simplifizierte. Wenn die Mechanik eines Beziehungslebens mit all ihrer Routine und einer gewissen eingefahrenen Trägheit in Liebesdingen deutlich wurde. (Nadin: „Lass uns reden, das, was du sonst nicht machst.“).

Und witzig wurde es dann, wenn reflexhaft die Männer nach jeder einzelnen ihrer sieben erfüllten Sex-Verpflichtungen vor der Kamera betonten mussten, wie großartig es wieder war.

Von Bettina Fraschke

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