TV-Kritik: Duell der Nacktbalzer - Zur RTL-Show "Adam sucht Eva"

Hier zähle nur Menschlichkeit. „Charakter und Gefühle“ sollen über „Designerklamotten“ siegen: Der Anspruch, den RTL über seine Kuppelshow „Adam sucht Eva - Gestrandet im Paradies“ wölbt, ist immens. Das „wohl spannendste Sozial-Experiment des Jahres“, wie es in der vollmundigen Eigenwerbung heißt, entpuppte sich als hüllenlose Banalität. Eine TV-Kritik von Bettina Fraschke.

Kein Skandal, einfach langweilig. Die nicht unsympathischen Kandidaten Thomas und Ricarda landen nackt auf einer Trauminsel und sollen sich „vorurteilsfrei“ kennenlernen. Doch schon im zweiten Satz seiner Selbstvorstellung bekennt Thomas, er finde auch Frauen mit kleinen Brüsten toll. Huch, da gibt es eine Kluft zwischen Anspruch und Realität. Zudem lockt das Doppelbett.

Als Störfaktor wird bald Muskelprotz Ricardo dazugesellt, und zu besichtigen ist, wie Thomas, verzweifelt wegen seines „behaarten Arschs“,gegen das siegesgewisse Alphamännchen anbalzt. Die Kamera zeigt bei Nahaufnahmen meist die obere Körperhälfte, aus größerer Ferne sind aber die primären Geschlechtsmerkmale der FKK-Recken genau zu besichtigen.

Und auf Twitter ätzt die Community fiesestmöglich über Schwanzlängen und Körbchengrößen. Ursula Andress und Sean Connery, bitte übernehmen Sie. Muschelsuchen geht auch in Erotisch.

Schreiben Sie eine Email an die Autorin:  fra@hna.de

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