TV-Kritik: Erbitterter Rosenkrieg im Kölner "Tatort"

Ein hoffnunsglos zerstrittenes Paar, akute Geldsorgen und zwei Kinder, die den ewigen Kleinkrieg ihrer Eltern ausbaden müssen: In ihrem jüngsten Fall "Schmale Schultern" hatten es die Kölner "Tatort"-Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) mit dem alltäglichen Scheidungswahnsinn zu tun, wie er sich vermutlich x-fach in deutschen Wohnzimmern und vor Gericht abspielt.

Der Fall aus der Feder von Stephan Wuschansky und unter Regie von Christoph Schnee schien dem Leben abgeschaut zu sein. So lieferten sich die Kontrahenten scharfe Wortgefechte in gedrückter Atmosphäre. Der Zuschauer erhielt einen Einblick in die seelischen Abgründe der Protagonisten.

Ein Gewinn für diesen "Tatort" war das bewegende Spiel von Jungdarstellerin Michelle Barthel als pubertierendes Pulverfass. Mit eindringlicher Intensität spielte sie die rebellische Tochter, die hinter der Fassade der Selbstsicherheit noch ein Kind ist und die Verantwortung für ihren jüngeren Bruder (Mateo Wansing Lorrio) übernimmt. Auch Nina Petri glänzte in der Rolle der psychisch labilen Mutter.

Zwar bot dieser "Tatort" wenig überraschende Wendungen, bestach aber durch glaubwürdige und vielschichtig angelegte Charaktere. Der gewohnt spröde Humor des Ermittler-Duos traf auch diesmal wieder voll ins Schwarze.

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