TV-Kritik: Götz George spielte im neuen Schimanski grandios auf

Götz George

Der alte Haudegen kann es noch. 30 Jahre nach dem ersten Fall mit Horst Schimanski spielte Götz George in „Schuld und Sühne“ unter der Regie von Thomas Jauch den legendären Ermittler, wie seine Fans ihn lieben: raubeinig, schnörkellos und gnadenlos ehrlich.

Doch ist das Alter auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen. So erlebte man in dem Fall nach einem Buch von Jürgen Werner einen Schimanski, der als Pensionär ein wenig langsamer zu Werke schritt als zu seiner aktiven Zeit auf den Straßen von Duisburg.

Die Polizei, dein Freund und Helfer - diesen Mythos relativierte der Film und zeigte in beklemmenden Bildern die Schattenseiten des Berufs in Form von Überstunden, Bürokratie und verlorenem Ethos. Letzteres führte zum Selbstmord des jungen Polizisten Oliver Hoppe (Jan Pohl).

Am Ende entpuppte sich der abgebrühte Polizist Günther Patzak (Hannes Jaenicke) als Mörder von Hoppes Geliebten. Doch war Patzaks Figur nicht einschichtig boshaft angelegt, sondern verführbar.

Der Fall bestach durch stimmige Milieukenntnis, glaubwürdige Charaktere und einen grandios aufspielenden Götz George, der hoffentlich noch ein paar Jahre als Schimanski „Pommes Schranke“ am Büdchen futtern wird.

Von Kristin Dowe

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