TV-Kritik zum HR-Tatort: Abgang mit Wucht

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Rolf Poller (Armin Rohde, links) will Kriminalhauptkommissar Frank Steier (Joachim Król) dazu bewegen, den Kriminellen Nico Sauer, der sich in seiner Gewalt befindet, zu erschießen.

Spannend und aufreibend war der "Tatort" des Hessischen Rundfunks: Wieso "Das Haus am Ende der Straße" aber nicht nur ein beeindruckender Psychothriller war, sondern auch ein gelungener Abschied für Darsteller Joachim Król, weiß HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse.

Einen starken Abgang hat der Hessische Rundfunk seinem großartigen „Tatort“-Darsteller Joachim Król gegönnt, einen Krimi von fast alttestamentarischer Wucht.

Rache, Schuld, Gier, Trauer, Sucht – der letzte Fall des Frankfurter Ermittlers Frank Steier war mehr als ein gut gemachter Psychothriller, der, konzentriert auf den klaustrophobischen Schauplatz eines heruntergekommenen Hauses, mit immer neuen Wendungen überraschte.

Der Plot von „Das Haus am Ende der Straße“ war tiefschwarz mit Leid und Einsamkeit grundiert. Zwei Männer mit mürber Seele, die ihr Leben nicht mehr im Griff haben, waren auf einmal auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden: Ex-Polizist Poller (grandios: Armin Rohde), den der Drogentod seines Sohnes aus der Bahn geworfen hat, und der trinkende Kriminalhauptkommissar Steier, dessen berufliches Renommee vor die Hunde gegangen ist.

Auf beider Duell fokussierten Erol Yesilkaya, Michael Proehl (Buch) und Sebastian Marka (Regie) die Zuspitzung, die kaltblütigen jugendlichen Einbrecher wirkten bald wie Opfer eines düsteren Labor-Experiments. Wie schmal der Grat, dass einem das Leben entgleitet, wie verführerisch es ist, sich dem Schmerz und der Verzweiflung zu überlassen – auch davon handelte dieser „Tatort“.

Joachim Króls Steier mag für die Kollegen ein Kotzbrocken gewesen sein. Uns werden die außergewöhnlichen „Tatorte“ mit ihm fehlen.

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