Stiller Film über eine unglaubliche Tragödie

TV-Kritik zum Kölner "Tatort": Brutaler als die brutalste Gewalt

Matthias Lohr

Im ersten Kölner "Tatort" nach dem Tod der Assistentin Franziska ging es um einen Brandanschlag, bei dem drei Kinder ums Leben kamen. Ein stiller Film über eine unglaubliche Tragödie mit einer tollen Susanne Wolff. Eine TV-Kritik von HNA-Kulturredakteur Matthias Lohr.

In diesem „Tatort“ gab es nicht die brutale Gewalt, wegen der die letzte Kölner Folge erst nach 22 Uhr gesendet werden durfte, aber dieser Film tat mindestens genauso weh. In „Der Fall Reinhardt“ schmerzten die Bilder, auf denen verbrannte Kinderarme aus dem Bett ragten, die Szene auf dem Friedhof, wo drei kleine weiße Särge begraben wurden, und auch dieses Gesicht von Susanne Wolff.

Susanne Wolff als Mutter Karen Reinhardt

Das Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin spielte die Mutter Karen Reinhardt, die nicht nur den Tod ihrer drei bei einem Brand gestorbenen Töchter verkraften musste, sondern auch eine Lebenslüge. Regisseur Torsten C. Fischer und Autorin Dagmar Gabler hatten die erste Folge nach dem Tod von Assistentin Franziska ganz auf sie zugeschnitten. Immer wieder sah man in ihr entsetztes Gesicht. Die tolle Wolff brauchte nicht viele Worte, um diesen sehr stillen Film zu tragen.

Es ging nicht nur um die Frage, wen die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) als Täter entlarven, sondern auch, wie eine scheinbar perfekte Familie mit dem Vater (Ben Becker) so zerbrechen kann. Antworten darauf gab es keine. Nur noch mehr Fragen wie die von Karen Reinhardt, die klagte, sie sei doch schon weg aus dieser Welt: „Was soll ich noch hier?“ Auch das schmerzte.

Email an den Autor: mal@hna.de

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