TV-Kritik zum "Tatort" aus Leipzig: Anständiger Abschied

Skrupellos: Vivien (Susanne Wolff) und Rolf (Jens Albinus) haben ein Mädchen entführt. Foto: mdr

Der MDR hat seinen zuletzt wenig geliebten Leipziger Ermittlern mit der Folge „Niedere Instinkte“ einen anständigen Abschied bereitet. Das findet HNA-Kulturredakteurin Bettina Fraschke.

Waren Simone Thomalla und Martin Wuttke als Ermittlerduo und Ex-Eheleute Saalfeld und Keppler bei der „Tatort“-Gemeinde zuletzt umstritten, hat der spannende Abschied gestern einen würdevollen Schlusspunkt unter ihre Ermittlungs-Ära gesetzt.

Kleine Albernheiten wie Kepplers Überschwemmungsdebakel und arg überzeichnete pathetisch-skurrile Szenen aus dem Sektenleben mal außen vor, ließ Regisseurin Claudia Garde Theaterstar Wuttke viel Raum für seine darstellerische Kunst. Wenn Keppler etwa in einen Blick auf seine Ex gleichzeitig zeigt, dass er wütend, liebevoll und genervt ist. Davon hätte man in den Episoden seit 2008 gern mehr gesehen.Mit subtilem Grusel und psychologisch feinsinnig erzählte Drehbuchautor Sascha Arango (der diese Stärke auch bei den besten der Kieler Borowski-Fällen einsetzt) den Krimifall um ein Mädchen, das von einem Paar als Ersatz für eine eigene Tochter entführt worden und in einem Kellerverlies gefangen gehalten worden war.

Gebannt verfolgte man die feinen Machtverschiebungen in dieser Ehe, die die Schauspieler Jens Albinus und die fantastische Susanne Wolff so hintergründig und thrillerartig ins Bild setzten.

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