TV-Kritik: Ein liebes Wrack - Matthias Lohr über den Wiener „Tatort“

Das hätte Chefinspektor Moritz Eisner nicht auch noch gebraucht. Im Wiener „Tatort“ ging es um eine Serie brutalstmöglicher Jugendkriminalität, und dann schickten sie ihm als neue Assistentin eine Alkoholikerin mit Sinnkrise, die sich heimlich Jägermeister in den Kaffee kippte.

„Ich brauch einen Assistenten und kein Wrack“, schnauzte Eisner (Harald Krassnitzer) seinen Chef an. Am Ende der soliden Folge „Vergeltung“ war man sich sicher, dass das mit der neuen Assistentin Bibi Fellner (Adele Neuhauser), Eisner und den Zuschauern doch etwas wird. Letztere sind froh, dass Eisners bisheriger Kollege Bernhard Weiler in Rente ist - dessen Hardcore-Wienerisch war für viele kaum zu verstehen.

Die Neue, die von der Sitte kommt, spricht dagegen eine klare Sprache und hat ein Herz für auffällig gewordene Jugendliche. Die, lautete die Botschaft des Films von Wolfgang Murnberger (Regie) und Uli Brée (Buch), sind gar nicht das Problem, sondern die Eltern.

Das wird auch der alleinerziehende Vater Eisner so sehen, dessen Tochter ebenfalls ein neues Gesicht bekommen hat: Statt Sarah Tkotsch spielt nun Tanja Raunig seine Claudia. Hoffentlich wechselt der ORF nach zwölf Jahren demnächst nicht noch Krassnitzer aus. Denn diese Launigkeit mit Schmäh, von der auch dieser Wiener „Tatort“ lebte, kriegt keiner besser hin.

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