TV-Kritik zum Luzerner "Tatort": Gelungener Auftakt

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Unter Druck: Liz Ritschard (Delia Mayer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser).

Die "Tatort"-Ermittler haben nach zwei Monaten Sommerpause ihre Arbeit wieder aufgenommen. Den Anfang machte das Duo aus Luzern. Eine TV-Kritik.

Antoine Monot jr. schafft es. Er ist die Werbe-Ikone „Tech-Nick“ für Saturn – und er behält trotzdem seine schauspielerische Kraft in seriösen Rollen, spielt so, dass man eben nicht den nerdigen Geräte-Meister aus den TV-Spots sieht. Sondern etwa diesen Serienkiller im Schweizer „Tatort: Ihr werdet gerichtet“.

Er war jener Simon Amstad, der Straftäter per Selbstjustiz auf grausame Weise hinrichtet. Er ließ bei aller Mordlust aber auch Verletzungen und Überforderung seiner Figur spüren, etwa im Kontakt mit seiner Frau Karin (großartig: Sarah Hostettler), die sich als Vergewaltigungsopfer in ihrer Isolation eingekapselt hatte. Die Zuschauer erlebten den Killer immer wieder privat – das ermöglichte diesen emotionalen und moralischen Facettenreichtum. Dazu sah man Stefan Gubser und Delia Mayer als Ermittler Reto Flückiger und Liz Ritschard gern bei der Arbeit zu.

Der Start in die neue „Tatort“-Saison war also gelungen. Urs Bühler (Buch) und Florian Froschmayer (Regie) haben eine starke Folge abgeliefert, die zwar, was die Gewaltdarstellungen betraf, für die Uhrzeit absolut grenzwertig war, in Bildkomposition, Dramaturgie, Spannungssteigerung und von der menschlichen Seite aber überzeugte. Und in der Szene, wo das verzweifelte Paar dem Ganzen ein gemeinsames Ende bereitete, litt man trotz aller Morde mit beiden mit.

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