Hacker war der Schuldige

TV-Kritik zum missglückten Start von "Quizduell": ARD, bleib bei deinen Leisten

Ein Hacker hat dafür gesorgt, dass die erste Folge der Sendung "Quizduell" in die Hose gegangen ist. Ein Kommentar zu einer peinlichen Premiere in der ARD von HNA-Volontärin Sina Beutner.

Die ARD-Ratesendung „Quizduell“ sollte Fernsehen und Internet auf völlig neuartige Weise miteinander verbinden. Es wurde eine der peinlichsten Premieren der deutschen Fernsehgeschichte.

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Bei der ersten Sendung ist so viel schief gegangen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Jörg Pilawa schien den Verlauf des Abends schon zu erahnen, als er zu Beginn der Sendung die Moderationskarte mit den Fragen nicht fand. „Das fängt ja gut an“, war sein Kommentar. Leider nicht. Und es ging auch nicht gut weiter. Schon nach der ersten Frage streikte die Technik, Pilawa bekam keine Ergebnisse der Zuschauer zuhause, die über die Handy-App mitspielen sollten. Wer das zu diesem Zeitpunkt versuchte, dem wurde lediglich ein Verbindungsfehler angezeigt. „Dann spielen wir unplugged, ein klassisches Quiz ohne App“, scherzte Pilawa noch.

Zum Lachen war ihm spätestens da aber eindeutig nicht mehr zu Mute. Offenbar war die ARD selbst davon überrascht, dass die Millionen, die das Quiz mitspielen sollten, das auch tatsächlich wollten. Zur Sicherheit hatte der Sender Abstimmgeräte im Publikum verteilt. Aber nicht einmal darauf war an diesem Abend Verlass: In der vierten Runde wählte das Publikum die Kategorie „Glaube und Religion“. Ein Zuschauer beschwerte sich, das könne nicht stimmen. Pilawa fragte nach, wer für die gewählte Kategorie abgestimmt habe. Blamabel: Nur einzelne hoben die Hände. Mehr als einmal sahen Zuschauer und Studioteam die Fragen und Antworten vor dem Moderator. (Pilawa: „Und wir sehen keine Frage“. Kandidat verwirrt: „Doch.“ Pilawa: „Jetzt sehe ich sie auch.“)

Trotz eingeschobener Werbepausen ließ sich die peinliche Situation im Studio nicht auflösen. Allerdings hatte man in dieser Zeit den Schuldigen ausfindig gemacht: Ein Hacker hätte nicht nur die „Quizduell“-App, sondern gleich 15.000 Server weltweit lahmgelegt, wurde Pilawa nicht müde zu betonen. Bei all den Pannen während der Rateshow blieb fast keine Zeit, sich am langweiligen Sendekonzept, Pilawas Smalltalk-Versuchen mit dem Publikum oder der Selbstbeweihräucherung der ARD zu stören, die die Kategorie „Tagesschau“ neu einführte und bei „TV-Serien“ ausschließlich nach ARD-Sendungen fragte. Dass Pilawa gar nicht erst versuchte, den Reinfall zu verhehlen, war die einzige Möglichkeit, halbwegs galant den Abend zu beenden. „Morgen gibt’s vielleicht wieder Verbotene Liebe“, sagte er resigniert zum Abschluss. Besser wär’s.

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