TV-Kritik zum Münster-"Tatort": "Besser geht’s nicht"

Der Pathologe als Patient und ein Kind als wichtigste Zeugin - der „Tatort“ aus Münster brachte wieder viele amüsante Überraschungen, aber neben heiteren Momenten auch eine starke Geschichte. Das findet Mark-Christian von Busse in seiner Kritik.

Mark-Christian von Busse

Erst im April war an dieser Stelle zu lesen, der grandiose Münsteraner „Tatort“ sei auf seinem Zenit. Bald bleiben gar keine Superlative mehr übrig, um die Fälle mit dem herrlich überzeichneten Duo Frank Thiel (Axel Prahl) und Karl-Friedrich Boerne (Jan-Josef Liefers) zu würdigen. Denn die beiden haben wirklich einen Lauf. Besser als in „Mord ist die beste Medizin“, geschrieben von Dorothee Schön, umgesetzt von Thomas Jauch, geht es nicht. Zu ihren köstlichen Kabbeleien kam eine überzeugende Geschichte um die Fälschung eines exorbitant teuren Chemotherapie-Medikaments mit riesiger Gewinnspanne.

Der Professor gab den Patienten mit freier Bahn zum Under- cover-Einsatz in der Klinik, für den Polizisten blieb die mühsame, auch ernsthaft betriebene Kärrnerarbeit des Ermittelns. Das ergänzte sich perfekt. Was am aktuellen Fall besonders gefiel, war die Sorgfalt, mit der dieser Krimi in Szene gesetzt wurde. Es scheint, als hätten alle Beteiligten selbst einen Riesenspaß. Das begann mit „Alberichs“ (ChrisTine Urspruch) Party in der Pathologie, samt Sekt im Kühlfach. Dem Messerschnitt in den Kuchen folgte die Injektionsnadel in Großaufnahme. Und dann natürlich die ausgefeilt schlagfertigen Sprüche. „Keine Angst“, beruhigte die Ärztin Boerne vor dessen Biopsie, „ich hab den Eingriff schon öfter gemacht. Irgendwann muss er ja mal klappen.“

Mail an den Autor unter: vbs@hna.de

Wildecker Herzbube Wilfried Gliem zum Tatort-Humor:

Rubriklistenbild: © WDR/Filmpool Fiction/Wolfgang En

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