TV-Kritik zum NDR-Tatort: "Fast wie bei Orwell"

Kassel. Mit Thorsten Falke hat der "Tatort" jetzt auch einen Ermittler bei der Bundespolizei - und dazu einen ziemlichen Proll. Die dritte Folge mit Wotan Wilke Möhring war ein eindrucksvoll inszenierter Verschwörungs-Thriller, findet Kulturredakteur Matthias Lohr. Seine Kritik:

So jemanden wie den ruppigen Thorsten Falke hat es noch nicht gegeben im "Tatort". Der NDR-Ermittler trinkt am liebsten Milch, ist zugleich der letzte Raucher unter den TV-Helden, und wenn sein Handy klingelt, hört man "Sympathy For The Devil" von den Stones.

Schauspieltechnisch spielt Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring ungefähr in einer Liga mit Til Schweiger. Und trotzdem schaut man ihm und Petra Schmidt-Schaller als Katharina Lorenz gern zu.

Im dritten Fall "Kaltstart" betrat das Duo mit den Zuschauern Neuland. Falke und Lorenz lösen nun für die weitgehend unbekannte Bundespolizei Fälle mit politischer Brisanz. Die etwas überfrachtete Geschichte der Autoren Volker Krappen und Raimund Maessen drehte sich um Schleuserbanden, die totale Überwachung sowie den teuren und nutzlosen Jade-Weser-Port, der so etwas wie das Kassel-Calden der Häfen ist.

Der junge Regisseur Martin Kren zeigte Wilhelmshaven in tollen Bildern. Am Ende des Thrillers fühlte man sich wie in einem seiner Horrorfilme. So beklemmend war die Verschwörung um eine bemannte Drohne Orwell'scher Qualität inszeniert.

"Gibt's ein Problem, oder was?", schnauzte Falke seine Kollegen einmal an. Die sympathische Lorenz beschwichtigte die Gescholtenen: "Danke, das war ne gute Arbeit." Das kann man auch über "Kaltstart" sagen. mal@hna.de

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