TV-Kritik des neuen Berliner "Tatort": Bewegend und politisch

Der karge Küchentisch des alten Mannes, die Pillenpackungen im Schrank, die ständigen Konflikte mit seiner Tochter, die es nicht mehr mit ansehen kann, dass er nicht richtig ißt. Schon die ersten Szenen der Berliner „Tatort“-Folge, „Edel sei der Mensch und gesund“ gingen an die Nieren.

So präzise beobachtet war dieser traurige Alltag, so zurückhaltend in Szene gesetzt von Regisseur Florian Froschmayer. Diese Vorzeige-Folge wie aus dem Krimibaukasten für Fortgeschrittene überzeugte auf der ganzen Linie. Sie vereinte eine spannende Krimihandlung, bewegende menschliches Schicksale, aktuelle gesellschaftspolitische Stellungnahme und gute Darstellerleistungen.

Autorin Dinah Marte Golch gelang es, uns Zuschauer über die Krimihandlung für das heikle Thema hausärztliche Versorgung zu sensibilisieren. Es ist bestimmt gar nicht leicht, Konflikte mit der kassenärztlichen Vereinigung TV-gerecht zu inszenieren. Ein Extralob für Dominik Raacke als Kommissar Ritter. Seine Begegnungen mit Susanne, der Mutter des kranken Mädchens, waren in ihrer Wortlosigkeit ebenso romantisch wie herzzerreißend traurig.

Von Bettina Fraschke

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