TV-Kritik zum ORF-"Tatort": Gar nicht wunderbar

Adele Neuhauser als Bibi Fellner an der Seite von Harald Krassnitzer (Moritz Eisner)

Seitdem Adele Neuhauser an der Seite von Harald Krassnitzer ermittelt, war der Wiener "Tatort" immer ein Erlebnis. In "Grenzfall" konnte das Duo das hohe Niveau nicht halten, grantelt unser Kritiker Matthias Lohr.

Selbst in einem Musik-Video machen Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) eine gute Figur. Vor einigen Monaten veröffentlichten die Sportfreunde Stiller einen siebenminütigen Kunstfilm zu ihrem Lied „Es muss was Wunderbares sein“ (siehe Video unten). In diesem treffen die Wiener „Tatort“-Kommissare in einem dunklen Wald auf Ritter, fliegende Schwerter und die Musiker der Münchner Band.

Warum wir das an dieser Stelle erzählen? Weil das mit viel Kunstblut ausgestattete Video etwas Wunderbares ist. Und weil uns zur Folge „Grenzfall“ kaum etwas einfällt. Die Handlung um den einstigen Eisernen Vorhang zwischen Österreich und der Tschechoslowakei, Stasi-Spitzel im Waldviertel, archäologische Artefakte und alternative Landwirtschaft war so verworren, dass ständig eine Figur einer anderen etwas erklären musste, damit es der Zuschauer verstehen konnte.

Die Geschichte von Drehbuchautor und Regisseur Rupert Henning war immer noch um Längen besser als ein „Tatort“ aus Ludwigshafen, aber von Moritz und Bibi ist man nach so vielen außergewöhnlichen Folgen längst anderes gewohnt. Manchmal zeigte Kameramann Josef Mittendorfer das malerische Waldviertel sogar so, als sei der „Tatort“ kein Sonntagabendkrimi, sondern ein Werbevideo für die Internationale Tourismusbörse in Berlin.

Witzig war es dann aber doch bisweilen. Zum Beispiel, als die Archäologin feststellte: „Bibi und Moritz, die heißen wie in Kinderbüchern.“ Ein Wiener „Tatort“ als „Bibi und Tina“ wäre sicher auch etwas Wunderbares.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.