TV-Kritik: Packende Dramatik im Tatort aus Luzern

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Kommissarin Liz Ritschard (Delia Mayer) und Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser).

Bedrückend. Erschütternd. Beängstigend. Wer erwartete, schöne Bilder von Luzern am Vierwaldstättersee und harmonische Ermittlungen zwischen den Kommissaren Flückiger (Stefan Gubser) und Ritschard (Delia Mayer) zu sehen zu bekommen, der wurde gnadenlos enttäuscht.

Der Luzerner „Tatort“-Film „Skalpell“ war düster.

Der Film bestach durch den Mut von Regisseur Tobias Ineichen, sich dem Thema Intersexualität zuzuwenden, und durch die gradlinige Umsetzung. „Leben sie noch?“, fragte Claudio Caflisch (Steffi Friis) nüchtern nach Opfern und brachte in einem Satz die ganze Tragödie des Films zum Ausdruck.

Die Dramatik wurde bis zum Äußersten gesteigert. Eltern, die ihre Kinder anlügen, Kinder, die sich für Psychos halten, und Suizidopfer - alle Facetten dieses Tabuthemas wurden gezeigt, ohne zu dick aufzutragen. „Darüber redet man nicht“, erklärte Gertrud Bürki, als der Kommissar nach der Intersexualität ihrer Tochter fragte, die sich deswegen umbrachte.

Dieser „Tatort“ (Buch: Urs Bühler) sprach darüber. Gut so. Das Thema Intersexualität darf nicht tabuisiert werden. Viel zu groß ist das Leid und schwer der Umgang für viele Betroffene. Dass dabei der Humor auf der Strecke bleibt, ist verständlich.

Von Florian Quanz

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